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Schwerte beendet das Projekt "Notinseln" für Kinder

Nach über 10 Jahren

Das Schwerter Jugendamt beendet das Projekt Notinsel. Die beteiligten Geschäftsinhaber wurden gebeten, die bunten Hinweis-Aufkleber von ihren Ladentüren wieder abzuziehen. Sie sollten Kindern seit 2004/2005 Orte zeigen, wo sie im Notfall Hilfe finden konnten. Nun gibt es anscheinend keinen Bedarf mehr. Wie kommt das?

SCHWERTE

, 10.10.2017 / Lesedauer: 2 min
Schwerte beendet das Projekt "Notinseln" für Kinder

So wie hier bei Uhren-Schmuck Höhm am Postplatz werden die Notinsel-Aufkleber überall entfernt.

Inzwischen haben die meisten Mädchen und Jungen bereits ein Handy in der Hosentasche. Deshalb wurde das Angebot zuletzt nicht mehr genutzt. Das erfuhr Andreas Pap, städtischer Fachdienstleiter für Jugend und Soziales, bei einer Umfrage unter den teilnehmenden Händlern: „Im vergangenen Jahr gab es bis auf Kleinigkeiten keine Situationen.“

Ähnliche Erfahrungen hätten auch andere Städte gemacht, mit denen er Kontakt aufgenommen habe. „In der Praxis hat sich herausgestellt, dass Kinder und Jugendliche im Bedarfsfall mittlerweile andere Kommunikationswege suchen“, schrieb Pap den zuletzt rund 70 bis 80 Notinsel-Partnern in der Stadt.

Von der Stiftung Hänsel und Gretel 

Vielleicht kämen die Kinder dort auch nicht mehr vorbei, weil sie ihren Schulweg oder ihre Freizeitgestaltung geändert hätten. Oder weil sie häufiger zusammen mit anderen unterwegs seien oder von den Eltern kutschiert würden: „Wir wissen es nicht.“

Klar ist jedoch, dass die Teilnahme an dem Projekt, das von der Stiftung Hänsel und Gretel nach einem Franchise-System aufgezogen wurde, für die Stadt mit einem erheblichen Aufwand verbunden war. Für das Starterpaket mit Aufklebern und Faltblättern hatte sie 2004/2005 – so Pap – 1400 Euro überweisen müssen.

Weitere Zahlungen wurden fällig, wenn Nachschub an Infomaterial geordert werden musste. Dazu kam der Verwaltungsaufwand, etwa für das Aktualisieren der Notinsel-Listen.

Zum 30. September hat Pap deshalb die Reißleine für das Projekt gezogen, das in Schwerte seinerzeit durch das private Engagement von Dr. Marie-Cecile Wellner-Kienitz initiiert worden war. Die Ehefrau des späteren SPD-Bürgermeisterkandidaten hatte es in Bochum kennengelernt und war sofort begeistert.

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