Corona-Fälle an Schulen in Schwerte – aber warum wird nicht überall getestet?

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An der Lenningskampschule bleiben Schüler zu Hause, Massentests an der Schweitzer-Schule, nichts am Gymnasium. Die Corona-Regeln sind für alle Schulen unterschiedlich. Der Kreis erläutert, warum.

Schwerte

, 11.11.2020, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagabend (11.11.) meldete die Lenningskampschule einen bestätigten Coronafall und einen Verdachtsfall. Am Ende schickte man einen Jahrgang mit zwei Klassen einschließlich der Lehrer nach Hause. Ob die betroffenen Kinder nun auch auf Corona getestet werden? Diese Entscheidung steht noch aus.

Als die Albert-Schweitzer-Schule am vergangenen Freitag (6.11.) einen bestätigten Coronafall meldete, rückte am Montag (9.11.) das mobile Team des Kreises aus und testete 30 Kinder und die betroffenen Lehrer.

Bei einem Fall in einem Gymnasium wurde überhaupt keine Quarantäne angeordnet und als die Grundschule Hennen vor den Herbstferien zwei Verdachtsfälle meldete, machte der Kreis Iserlohn kurzerhand die ganze Schule bis zu.

Es gibt keinen festen Ablaufplan für Schulen

Für die betroffenen Kinder und Eltern ist das kaum nachvollziehbar. Das räumt auch Kreissprecher Max Rolke ein. Denn es gebe eben keinen Ablaufplan, was man bei welchem Fall an welcher Schule mache. „Das sind jeweils individuelle Entscheidungen“, erklärt er.

Grundsätzlich wäre es meistens so, dass das Gesundheitsamt, wenn es einen positiven Test von einer Schülerin oder einem Schüler gemeldet bekommt, beim Schulleiter anruft und die Vorgehensweise abspricht. Dabei werden Details erläutert, zum Beispiel, wie das Hygienekonzept ist. Wie sind die Sitzordnungen in der Klasse, besucht das Kind auch die OGS?

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Bei weiterführenden Schulen werde dann noch geprüft, ob alle Schüler eine Maske getragen haben. Ob gut gelüftet war, die Schule vielleicht sogar eine automatische Lüftung hat, ob es weitere Verdachtsfälle gibt und wie groß die Klassenräume sind.

All das wird ermittelt und fließt in die Entscheidung ein, ob man sofort Quarantäne anordnet, ob man einzelne Kontaktpersonen rausgreift, und ob letztlich getestet werden muss.

Bei der Entscheidung greife man aber auch auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zurück, so der Kreissprecher.

Das sind die Kriterien des Robert-Koch-Instituts für Schulen

In seinen Empfehlungen für die Testkriterien an Schulen hat das Institut drei Gründe für Tests aufgeführt:

  • Wie gefährdet ist die Person, ist es wahrscheinlich, dass die Krankheit bei ihr einen schweren Verlauf nimmt, oder hat sie erhöhten Kontakt zu Risikogruppen?
  • Wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung? Gab es Kontakt zu Covid-19-Patienten, hat man Verbindung zu einem bekannten Ausbruchsgeschehen gehabt? Aber auch, ist man als Lehrer oder Betreuer weiterhin in Kontakt zu vielen Menschen?
  • Hat die Person schon Symptome? Die reichen von Husten, Fieber, der Störung des Geruchs- und Geschmackssinns bis zu Durchfall und Erbrechen.

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Grundsätzlich empfiehlt das Robert-Koch-Institut mit den Tests sparsamer umzugehen, um die Laborkapazitäten nicht zu überlasten. Nicht bei jedem Symptom müsse man testen, man könne die Betroffenen auch einfach so in Quarantäne schicken.

Wann wird ein Massentest angeordnet?

Auch darüber, wann man großflächig testet und wen, hat das Institut Angaben gemacht. Ist ein Fall unter den Schülern nachgewiesen worden, so ist die gesamte Klasse zu testen, wenn: die Schüler mehr als 30 Minuten in einem nicht ausreichend belüfteten Raum mit der betroffenen Person waren oder sonst irgendwie als Kontaktpersonen der Kategorie 1 zu betrachten sind.

Bei nachgewiesenen Infektionen des Lehr- und Betreuungspersonals gelten

alle Klassen und Kurse dieser Lehrer als Kontaktperson der Kategorie 1 und sollten getestet werden.

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Die Durchführung einer Reihenuntersuchung (Screening) bei hohem Infektionsgeschehen oder die Schließung von Schulen bei Ausbrüchen liege aber im Ermessen der lokalen Behörden, so das RKI in seinen Empfehlungen für Schulen vom 12. Oktober.

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