Park-Streit in Westhofen: Wenn der Nachbar das Ordnungsamt ruft

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Jahrelang durfte auf dem Markt in Westhofen geparkt werden – inoffiziell, aber auch von der Stadt geduldet. Doch seit neuestem ist das Ordnungsamt dort häufiger im Einsatz.

Schwerte

, 16.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Marktplatz in Westhofen wird schon lange nicht mehr für den Wochenmarkt genutzt. Er liegt hinter der Reichshofstraße und wird von Anwohnern und Kunden der Geschäfte und Praxen rundherum zum Parken genutzt. Und das schon seit ewigen Zeiten, wie Thomas Hörner berichtet.

Er besitzt ein Haus am Westhofener Markt, in dem unter anderem eine Podologiepraxis und ein Friseur Mieter sind. Und die ärgern sich seit einiger Zeit. Denn fast täglich käme das Ordnungsamt derzeit vorbei und klemme hinter die Scheibenwischer der dort abgestellten Autos „Knöllchen“. Zumindest steht das so in dem Schreiben. Grundsätzlich geschieht dies übrigens zu Recht, denn das Parken ist auf dem Markt weitgehend verboten.

Unmut bei den Anliegern

Bei den Anliegern sorgte das für Unmut: „Speziell die gewerblichen Mieter in meinem Haus „Reichshofstraße 97“ sehen sich gefährdet“, sagt Hörner. Er frage sich, warum die Verwaltung hier den kleinen Gewerbetreibenden in dieser schweren Zeit im Covid-19-Überlebenskampf einen Knüppel zwischen die Beine werfe.

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Auf der Stadtteilkonferenz in der Turnhalle in Westhofen, habe Bürgermeister Dimitrios Axourgos den Westhofenern versprochen, dass die Verwaltung auch in Zukunft das Parken auf dem Marktplatz weiterhin tolerieren werde.

In den 1980er-Jahren habe es schon einmal so eine Aktion der Stadt Schwerte gegeben, erinnert sich Hörner. Damals hätten sich die Anlieger zur Wehr gesetzt und am Ende habe die Stadt das eingesehen. Hörner hat in einem Brief an Dimitrios Axourgos gefordert, dass der Bürgermeister sich für die Westhofener einsetzen soll.

Stadt: Haben keine kostenpflichtigen Knöllchen verteilt

Die Stadt bestätigte den Einsatz des Ordnungsamtes auf dem Westhofener Markt. Allerdings habe man bislang keine Knöllchen verteilt, sondern nur sogenannte Höflichkeitszettel hinter die Scheibenwischer geklemmt. Und zwar bei den Fahrzeugen, die außerhalb der Markierungen in dem Verkehrsberuhigten Bereich dort stehen.

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Der Hintergrund ist aus Sicht der Stadt hausgemacht: Seit vier bis fünf Wochen trudeln nämlich immer wieder Beschwerden aus der Nachbarschaft über die falsch geparkten Autos dort ein. „Denen müssen wir nachgehen“, so Stadtsprecher Ingo Rous. Denn rein formal haben die Beschwerdeführer recht. Jahrelang habe es aber keine Beschwerden gegeben, sodass man dort nicht eingreifen musste.

Steckt ein Nachbarschaftsstreit dahinter?

Woher die plötzliche Beschwerdeflut kommt: Da kann man nur Vermutungen anstellen. Fest steht, dass es einen Nachbarn gab, der vor einiger Zeit seinen Parkplatz mit Blumenkübeln absichern wollte. Das wurde von der Stadt untersagt, die Blumenkübel mussten wieder abgebaut werden. Wissen Nachbarn zu berichten.

„Wir werden auf jeden Fall eine Lösung suchen“, betonte Stadtsprecher Rous.

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