Schwerte summt - So will die AGON Wildbienen vor dem Aussterben schützen

rnNatur- und Tierschutz

Was jetzt noch eine Brachfläche ist, soll bald zu einem blühenden Paradies für Bienen und andere Kleinlebewesen werden. Nicht nur aus finanzieller Sicht ist das ein enormer Kraftakt.

von Maximilian Stascheit

Villigst

, 18.05.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bienen liegen aktuell ganz eindeutig im Trend. Nicht nur im Süden der Republik, wo der Schutz der Insekten unlängst per Volksentscheid zum Gesetz gemacht wurde. Auch in Schwerte ergreift die Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (AGON) jetzt unter dem Motto „Schwerte summt“ die Initiative, um auf einer Brachfläche in Villigst einen naturnahen Garten für Bienen, Insekten, Vögel und andere Kleinlebewesen anzulegen.

Am Ende von Schröders Gasse beziehungsweise an der Ecke Elsetalstraße/Schulstraße soll das Naturparadies entstehen.

Die Idee dazu hatten die Mitarbeiter des Arbeitskellers, den die AGON seit rund 30 Jahren in der Gemeinschaftsgrundschule gegenüber des Areals unterhält, schon vor längerer Zeit. „Letztes Jahr sind wir dann zum Bürgermeister gegangen und haben gefragt, ob wir die Brachfläche kaufen können“, berichtet Projektleiter Dr. Thomas Kruse.

Zwar wollte der Verwaltungschef diesem Wunsch nicht entsprechen – dafür einigte man sich jedoch auf einen über fünf Jahre datierten Pachtvertrag.

Naturfreunde haben Kindergartenkinder und Grundschüler im Blick

Mittlerweile haben die Naturfreunde ihre Planungen abgeschlossen, sodass es jetzt vor Ort an die Arbeit gehen kann. Das Entwicklungskonzept sieht vor, weite Teile des Gartens mit verschiedenen Blühstreifenmischungen sowie diversen Stauden und Kräutern zu bepflanzen. Diese blühende Pflanzenvielfalt sowie ein Teich sollen den Bienen, Hummeln, Wildbienen, Libellen und Amphibien ausreichend Lebensraum, Nistmöglichkeiten und ein vielfältiges Nahrungsangebot schaffen.

Schwerte summt - So will die AGON Wildbienen vor dem Aussterben schützen

So sieht das Entwicklungskonzept für die Gestaltung des Naturgartens aus, den die AGON Schwerte auf einer Brachfläche in Villigst errichten möchte. © AGON Schwerte

Natürlich haben die Initiatoren aber auch die Grundschüler sowie den angrenzenden Kindergarten im Blick. Für die Kinder sollen Pflanzenflächen und Hochbeete angelegt werden, damit sie ihre eigenen gärtnerischen Aktivitäten entfalten und naturnahe Erfahrungen machen können. „Mit der Schule haben wir auch schon ein Vorgespräch geführt und die waren auch sehr interessiert“, erzählt Kruse.

Außerdem plant die Arbeitsgemeinschaft eine Kooperation mit dem Imkerverein, da für Schulungszwecke auch ein Bienenstand mit einem Schaubienenkasten in dem Naturgarten errichtet werden soll.

Nur die Hunde sollen draußen bleiben

Die Kosten schätzt Kruse aktuell auf circa 10.000 bis 12.000 Euro ein. Diese entstehen im Wesentlichen durch Materialkosten sowie die Aufwendungen für das Ausheben und die Abdichtung des Teiches.

„Vor allem die Kosten für Holz und Zäune schlagen da erheblich zu Buche“, so Kruse. Denn um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, sollen sowohl umlaufend um das Grundstück als auch um den Teich Zäune errichtet werden.

Ein Gartentor werde jedoch immer offen stehen, denn auch andere Besucher sollen zwischen den Pflanzen und Insekten willkommen sein. „Nur die Hunde wollen wir natürlich draußen halten“, wie Kruse erklärt. Ein Großteil der Kosten wird von der Dr. Gustav Bauckloh Stiftung aus Dortmund übernommen. Auch mit der Sparkasse und der Volksbank befinden sich die Naturfreunde in Gesprächen über eine finanzielle Unterstützung des Projekts.

Für die Arbeiten sind viele Ehrenamtliche gefordert

Bereits am Dienstag, 21. Mai, wollen die AGON-Mitglieder mit den Arbeiten auf der Brachfläche beginnen. Denn gestemmt werden sollen diese komplett von den eigenen Ehrenamtlichen sowie weiteren Freiwilligen und Naturbegeisterten.

Jeden zweiten Dienstag und nach gesonderter Vereinbarung wollen sie sich dann ab 18 Uhr treffen, um das Insektenparadies zu errichten. „Wenn wir jede Woche ein bisschen was machen, sind wir hoffentlich bis Ende des Jahres fertig“, erklärt Kruse.

Das Ziel von ihm und seinen Mitstreitern ist klar: Wildbienen und andere Insekten sollen auf dem Areal einen geeigneten Rückzusort finden und somit vor dem Aussterben gerettet werden.

Lesen Sie jetzt