Schwerte weiter auf Wohnungssuche für Flüchtlinge

Nicht alle Angebote geeignet

Die Schwerter Stadtverwaltung ist nach wie vor auf der Suche nach Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen. Auf einen verzweifelten Appell der Verwaltung im November hatten sich die Katholische Akademie und die Evangelische Kirchengemeinde gemeldet. Aber nicht beide Angebote sind geeignet.

SCHWERTE

, 02.03.2016 / Lesedauer: 3 min
Schwerte weiter auf Wohnungssuche für Flüchtlinge

Das Paul-Gerhard-Haus wird für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.

Die Katholische Akademie hat den Bungalow vor dem Hauptgebäude angeboten, in dem früher das Institut für Religionsunterricht und Katechese untergebracht war. „Das Gebäude steht leer und kann jederzeit bezogen werden“, bestätigte Rüdiger Eßmann, Geschäftsführer der Akademie auf Anfrage. Vertraglich sei nun alles geregelt: Zwei Familien könnten in dem Bungalow untergebracht werden. Nur die Möbel fehlten noch.

Stadtsprecher Carsten Morgenthal erklärte dazu, dass die Stadt einen Mietvertrag für die Räume bis zum 31. Juli 2017 mit der Akademie geschlossen habe und sie zeitnah genutzt werden können.

Der Umbau des Paul-Gerhardt-Hauses wäre zu teuer

Weniger geeignet sei das Angebot der Evangelischen Kirche. Die Stadt habe die angebotenen Räume im Paul-Gerhardt-Haus an der Ostberger Straße für die Unterbringung von Flüchtlingen abgelehnt, war jetzt aus Presbyterkreisen zu erfahren. Carsten Morgenthal erklärte im Gespräch: „Zum einen waren die Umbaukosten zu hoch, die Heizung aber auch nicht ausreichend, um dort Familien wohnen zu lassen.“

Zur Zeit verfügt die Stadt noch über Unterbringungsreserven. Eine Liste zur Belegung von Übergangsheimen und Wohnungen (Stand 25. Februar) weist 375 freie Plätze aus, die meisten davon in Schwerte und Westhofen. Dazu gehören die Turnhallen an der Reichshofschule und am Stadtpark in Schwertes Mitte, wo die Stadt inzwischen das Belegungsrecht vom Land übernommen hat.

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Begegnungscafé wieder länger geöffnet, wenn Turnhallen belegt

Der vorübergehende Leerstand im Stadtpark hat auch Auswirkungen auf das Begenungscafé in St. Marien. Wie Martin Krehl von der Pfarrgemeinde berichtet, ist das Café derzeit nur zweimal wöchentlich geöffnet, nämlich dienstags und mittwochs von 9.30 bis 12 Uhr. „Dann kommen Besucher aus allen Stadtteilen, oft Paten und ihre Schützlinge, zur Begegnung und zum Deutschlernen ins Café.“ Sobald die Turnhalle wieder besser belegt sei, will man an der Goethestraße die Öffnungszeiten wieder ausweiten.

Das Modell der flächendeckenden Begegnungscafés, von dem täglich mindestens eins geöffnet hat, erfüllt die Katholiken mit Stolz. Jetzt wollen sie ein Markenzeichen daraus herleiten. Martin Krehl erzählt: „Das Kaffeetassen-Logo mit den Silhouetten zweier Menschen könnte ein ähnliches Symbol werden wie die Notinseln für Kinder. Wer es sieht, weiß, dass er willkommen ist.“ Und vielleicht prangt es demnächst sogar am Jugendtreff „Rattenloch“ an der Eintrachtstraße. Laut Martin Krehl laufen Gespräche darüber, dort dienstagsabends Begegnungen mit jungen Flüchtlingen zu ermöglichen.

Im Paul-Gerhardt-Haus sollen dagegen offenbar demnächst Sportvereine unterkommen. Eine Koronarsportgruppe soll dort zum Beispiel eine neue Heimat finden.

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