Schwerte will A1-Abfahrt bei Raststätte Lichtendorf

Neuer Vorstoß

Vor fünf Jahren gab es schon einmal den Versuch, den Bau einer Autobahnabfahrt in Lichtendorf an der A1 durchzusetzen. Damals erteilte das Bundesverkehrsministerium eine klare Absage. In Schwerte bleibt man jedoch hartnäckig und wagt nun einen neuen Vorstoß. Hoffnung macht eine aktuelle Baumaßnahme.

SCHWERTE

, 18.05.2017, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Hätte von uns sein können“, hörte man aus den Reihen der CDU. „Richtig gut“, schallte es von der SPD-Bank. Zustimmung von allen Seiten erhielt die WfS im Schwerter Rat für ihren Antrag, einen neuen Vorstoß für eine Autobahnabfahrt an der Raststätte Lichtendorf-Süd zu starten. Er wurde einstimmig angenommen.

Abfahrt könnte parallel geplanten Bauarbeiten an der Raststätte erfolgen

„Wir müssen zeigen, dass es ein politisches Mandat gibt und der Rat dahinter steht“, hatte der stellvertretende Vorsitzende Jonas Becker gesagt, als er um Zustimmung für seinen Antrag bat. Denn die Gelegenheit sei günstig: „Wir haben der Presse entnommen, dass der südliche Teil der Raststätte umgebaut wird.“ Im Zuge dieser Planungen könne die neue Abfahrt mit vorgesehen werden. „Sie zieht den Verkehr massiv aus Schwerte heraus“, erklärte Becker. Das bedeute weniger Feinstaub und weniger Lärm.

„Es ist richtig, das hier noch mal zu sagen“, erklärte Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Hosang. Die Forderung nach einer zusätzlichen Abfahrt Lichtendorf habe sie fast ihr ganzes politisches Leben lang begleitet.

Ratsabstimmung war nur ein erster Schritt

Marco Kordt (CDU) warnte indes vor zu viel Euphorie: „Es wird in absehbarer Zeit keine Bewegung in diese Richtung geben.“ Der Staatssekretär, der das Projekt vor Jahren abgelehnt hatte, sei in Berlin immer noch im Amt. Vielleicht greife dort aber mal die Einsicht, Schwerte den Verkehrskollaps zu ersparen, hoffte Dieter Reichwald (Linke) und zitierte Ex-CDU-Kanzler Konrad Adenauer: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern.“

„Es wäre falsch zu sagen, wir geben auf“, erklärte Renate Goeke (FDP). Und Angelika Schröder (SPD) sah das Behörden-Argument zu vieler Abfahrten auf kurzer Strecke längst entkräftet: „Woanders gibt es viel kürzer hintereinander Ausfahrten.“

„Hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein“, erklärte Bürgermeister Heinrich Böckelühr, der ebenfalls eine Wendung durch die Rastplatz-Erweiterung erkannte. Man müsse aber auch den Schulterschluss mit Dortmund finden. Als Türöffner dafür sei es gut, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) das Projekt befürworte. Stadtplaner Adrian Mork, der „vollumfänglich“ hinter dem Plan steht, will zudem Gespräche mit der „Haussspitze von Straßen NRW“ und dem Verkehrsministerium führen.

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