Der 23-Jährige schickte das Paket selbst einen Monat lang nicht ab - das erledigte letztlich seine Oma für ihn. © picture alliance / dpa
Amtsgericht

Schwerter (23) nach Ebay-Betrug vor Gericht – am Ende musste sich die Oma kümmern

Ein 23-jähriger Schwerte wickelte auf Ebay einen Verkauf ab, aber sendete die Ware nicht an den Käufer – bis sich nach über einem Monat seine Oma kümmerte. Nun war er vor Gericht.

Als ein Mann am 8. April über Ebay-Kleinanzeigen Stoßdämpfer für 80 Euro von einem 23-Jährigen aus Schwerte erwirbt, ist die Vorfreude groß. Doch auch nach längerem Warten kommt die Ware nicht an. Mehrmals kontaktiert er den Schwerter. Schließlich schaltet der Käufer die Polizei ein.

Oma des Angeklagten schickte Paket ab

Einige Monate später findet sich der Verkäufer wegen Betruges auf der Anklagebank des Amtsgerichts Schwerte wieder. Er erklärt, die Ware abgeschickt zu haben. Ihm sei völlig unverständlich, warum er jetzt vor einem Strafgericht säße. Schließlich hätte der Käufer seine Ware doch erhalten.

Wie sich herausstellt, ist das tatsächlich der Fall, allerdings erst mehr als einen Monat nach Kaufabwicklung. Er habe es einfach nicht geschafft. Das Teil sei so groß und dadurch schwierig zu verschicken gewesen. Letztendlich habe sich seine Oma um die Verpackung gekümmert und das Paket sogar zur Post gebracht.

Die Richterin traute ihren Ohren nicht: „Sie verkaufen Sachen, dann schaffen sie es nicht, dann muss die Oma alles machen und Sie bekommen das Geld?“ Mittlerweile versende er nichts mehr: „Jetzt nur noch mit Abholung.“ Am Ende stellt das Gericht, das Verfahren ein. Zwar habe der Angeklagte die Ware zu spät abgeschickt, dennoch sei sie letztlich angekommen.

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