Schwerter Bahnhofskreuzung bereitet Probleme

Schilderwald und Umsatztief

Ein wilder Wust aus Verkehrsschildern, Not-Wegweiser zum Einkaufszentrum und eine Imbissbetreiberin am Ende ihrer Geduld. Noch bis zum 8. August bleibt die Sperrung der Schwerter Bahnhofskreuzung ein Ärgernis für Autofahrer, Bewohner und Geschäftsinhaber.

SCHWERTE

, 28.07.2016, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Sperrung an der Bahnhofsstraße verursacht ein Schilderchaos und Umsatztiefs.

Die Sperrung an der Bahnhofsstraße verursacht ein Schilderchaos und Umsatztiefs.

Für viele Autofahrer ist die Sperrung der Bahnhofskreuzung ein Ärgernis, das ist bekannt. Nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch zum Supermarkt müssen Umwege in Kauf genommen werden. Und wo Umwege sind, da sind Schilder. In der Schwerter Innenstadt sind das eine Menge.

Zwischen Hinweisen auf Umleitungen und gesperrte Autobahnzugänge, Durchfahrtsverboten und leuchtenden Baken blitzt ein kleiner Pfeil mit dem Wort „Rewe“ hervor. In der gesamten Innenstadt sind die Wegweiser zu dem Einkaufscenter an der Margot-Röttger-Rath-Straße zu finden.

Fünf Ersatzhaltestellen hintereinander

Angebracht hat sie der Chef persönlich – vor der Arbeit um 5 Uhr morgens: „Es hat bloß eine halbe Stunde gedauert“, erzählt Marktleiter Dominik Thomas. Die Rewe-Pfeile führen allerdings nicht auf schnellstem Weg zum Ziel. Denn durch Anwohnerstraßen habe Thomas seine Kunden „nicht jagen wollen“. Von der Stadt ist die Aktion genehmigt worden.  Ein weiterer Schilderwald ist nicht nur für die Autofahrer gepflanzt worden. Auch an den Ersatzbushaltestellen wimmelt es von bunten Blechen. Zum Beispiel an der Hastingsallee. Fünfmal hintereinander ist dort das gelb-grüne „H“ zu sehen. Da ist es natürlich auch kein Wunder, dass die vielen Busse die Allee während ihres Halts blockieren und Staus verursachen.

Imbiss macht wegen Baustelle weniger Umsatz

Schlimmer als für die Auto- und Busfahrer ist die Kreuzungssperrung für die anliegenden Geschäfte. Während bei Rewe der Kundenandrang laut Thomas zumindest zum Wochenende hin normal ist, sieht es bei kleineren Geschäften dramatischer aus.

Zöhre Aydin betreibt ihren „Aydin Grill“ bereits seit dem Bau des Einkaufszentrums am Bahnhof vor etwa vier Jahren. So schlecht wie in den vergangenen Tagen lief das Geschäft noch nie. „Das ist für uns das Schlimmste, was die Stadt machen konnte“, klagt sie.

Bereits durch den Umbau des Bahnhofsvorplatzes gingen die Einnahmen zurück. Momentan mache das Familienunternehmen weitere 30 Prozent weniger Umsatz. „Die Gäste können nicht herkommen“, erklärt sie die missliche Lage. Sie habe bei jedem Blick aus dem Fenster zudem das Gefühl, dass zu wenige Arbeiter auf der Baustelle überhaupt aktiv sind.

 

Bau liegt im Zeitplan - Freigabe am 8. August

Dennoch ist sie für die Zukunft zuversichtlich: „Wir sind jetzt schon seit 27 Jahren in Schwerte. Diese festen Wurzeln werden das überleben“, sagt sie mutig. Es gibt jedoch gute Nachrichten für den Aydin-Grill: der Baufortschritt liegt im Zeitplan. Gerade werde die Busspur asphaltiert, und die Rinnsteine sowie die Ampelmasten würden gesetzt, so Carsten Morgenthal. Am 8. August soll die Kreuzung pünktlich wieder freigegeben werden. Zöhre Aydin, ihr Mann und ihre Mitarbeiter zählen wohl schon die Tage.

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