Schwerter (27) begeht Bankkarten-Betrug, um seiner Verlobten zu helfen

Amtsgericht

Aus Liebe und Rache beging ein 27-jähriger Schwerter vierfachen Betrug mit der Bankkarte eines Bekannten, um Cannabis für sich und seine krebskranke Verlobte zu kaufen. Nun wurden beide verurteilt.

von Jana Peuckert

Schwerte

, 02.05.2021, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Angeklagte habe laut eigener Aussage versucht, den Cannabis-Konsum seiner krebskranken Freundin mit dem Bankkarten-Betrug zu finanzieren.

Der Angeklagte habe laut eigener Aussage versucht, den Cannabis-Konsum seiner krebskranken Freundin mit dem Bankkarten-Betrug zu finanzieren. © picture alliance/dpa

Vielleicht ist eine 29-Jährige für einen Mann aus Schwerte die Liebe seines Lebens. Auf jeden Fall war der 27-Jährige bereit, sich für sie strafbar zu machen. Das Paar hat es offenbar nicht leicht. Er ist Cannabis-abhängig und sie leidet an einer Krebserkrankung.

Bankkartenbetrug aus Rache

Mit im Spiel ist ein dritter Mann. Er ist sehr gut mit der Frau befreundet, nach Angaben des 27-jährigen Verlobten sogar in sie verliebt. Dennoch soll er der Frau wichtige Medikamente und Geld gestohlen haben. Das habe ihm weh getan, sagt der 27-Jährige. Und so sei auch schnell der Gedanke an Rache aufgekommen, als er in Schwerte im Park auf dem Weg zum Rewe die Bankkarte des besagten Freundes gefunden habe.

Kurz darauf begann er, Sachen im Internet auf den Namen des Mannes zu bestellen, und alles zu seiner Verlobten liefern zu lassen. Im Einzelnen orderte er in der Zeit vom 18. bis zum 23. September vergangenen Jahres eine Playstation, Spiele, einen Mantel und Ringe im Gesamtwert von knapp 530 Euro. „Ich habe nicht nachgedacht und nur aus Liebe gehandelt. Ich habe gesehen, wie schlecht es meiner Verlobten geht“, begründete der 27-Jährige seine Taten im Amtsgericht Schwerte.

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Beide Angeklagte abhängig von Marihuana

Dort mussten sich sowohl er als auch seine Verlobte wegen vierfachen Betruges, davon in drei Fällen gewerbsmäßiger Art, verantworten. Der Angeklagte versuchte, seine Verlobte aus der Sache herauszuhalten. Er habe alles bestellt und auch die Überweisungsträger unterschrieben. „Aber Sie haben davon gewusst?“, fragte die Richterin bei der 29-Jährige nach. Das gab die Frau zu.

Sie bestätigte die Angaben ihres Partners, dass der Freund sie bestohlen hatte. Es sei eine Retourkutsche gewesen, erklärte der Angeklagte. Selbstjustiz sei aber kein Mittel, so die Richterin. Vielmehr hätte das Paar den Mann anzeigen sollen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung stellte sich heraus, dass beide Angeklagte Marihuana-abhängig sind. Aufgrund ihrer Erkrankung bekäme die Frau 5 Gramm für drei Tage verschrieben. Das reiche allerdings nicht, gab die Schwerterin zu. Ebenso wie ihr Verlobter, bräuchte sie täglich 4 Gramm. Die bestellte Ware sei zum Verkauf gedacht gewesen, um davon den gemeinsam Drogenkonsum zu finanzieren.

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Ausgangspunkt für die Taten sei aber die Rache an dem Kumpel der 29-Jährigen gewesen, beteuerte der Angeklagte. Aufgrund von 13 - teilweise einschlägiger - Vorstrafen und weil er unter laufender Bewährung stand, verurteilte die Richterin den Schwerter zu einem Jahr und zwei Monaten Haft. Allerdings mit der Option Therapie statt Strafe. Die nicht vorbestrafte Mitangeklagte kam mit acht Monaten auf Bewährung davon. Sie muss mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten.

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