Schwerter Bier nimmt langsam Geschmack an

Versuchsbrauerei testet

Am Geschmack tüftelt Brau-Experte Dirk Meyer derzeit noch in seiner Unnaer Versuchsbrauerei. Im Sommer will er den Schwertern dann mehrere Biersorten präsentieren - und sie entscheiden lassen, welches gebraut werden soll.

SCHWERTE

von Von Reinhard Schmitz

, 24.04.2012, 07:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das original Schwerter Bier soll im Geschmack dem süffigen Gerstensaft der historischen Brauerei Ostermann ähneln. Über deren Sudkesseln in der Gasstraße waren schon 1918 die Lichter erloschen.   Dank der Hilfe von Heimatforschern konnten aber zwei Ostermannsche Rezepte überliefert werden. „Da stehen natürlich keine Details wie 23 Gramm Hopfen auf den Hektoliter“, berichtet Meyer. Aber immerhin konnte er die Grundkomponenten herausfinden, die auf die rötliche Farbe hinwiesen.

Nun produziert Meyer in Kleinmengen von höchstens 20 Litern, die Mitarbeiter oder auch mal Rohrmeisterei-Angestellte verkosten dürfen. Dann werden die Zutaten leicht verändert. „Bis zur Produktionsreife braucht man 30 bis 40 Brauvorgänge“, plant Meyer eine Entwicklungszeit von sechs bis neun Monaten ein. Über die letzten Nuancen entscheiden jedoch die Schwerter. Ihnen will Meyer vielleicht schon im Sommer zwei bis drei Sorten zum Trink-Test einschenken. In der Rohrmeisterei oder auch in der Fußgängerzone schäumt dann die spannende Frage hoch: „Was trifft den Geschmack der Schwerter?“ 

Ob das Bier dann irgendwann auch in Schwerte gebraut wird, ist weiter offen. Eine Brauerei an der Rohrmeisterei ist geplant. Jedoch sagt Tobias Bäcker, Stiftungsvorstand der Rohrmeisterei: „Es tut sich nichts.“ Das Vorhaben stehe im Zusammenhang mit der Entwicklung des Rohrmeisterei-Umfelds, für das ein studentischer Workshop verschiedene Modelle entwickelt hatte. Jetzt müssten die Ergebnisse verfeinert werden.

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