Schwerter Dachdecker haben nach den Stürmen vom Wochenende eine Menge zu tun

rnSturm Eberhard

Der Sturm am Wochenende hat bei Schwerter Hausbesitzern keine schweren Schäden verursacht, doch viele kleine Reparaturen halten die Schwerter Dachdecker noch immer auf Trab.

Schwerte

, 13.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist die Hölle los“, sagte Dachdecker Udo Walter, mehr Zeit hat er kaum. Noch am Dienstagnachmittag war er dabei, die Schäden seiner Kunden durch den Sturm am Sonntag zu begutachten. Zum Reparieren selbst war er noch gar nicht gekommen.

Einzelne Dachziegel beschädigt

„Es sind viele kleine Schäden im Bereich von 500 bis 1000 Euro entstanden“, so Walter. Meistens seien einzelne Dachziegel oder Schiefer-Platten beschädigt worden, berichtet der Dachdecker-Meister.

Der Sturm stellt die Dachdecker vor allem vor zeitliche Probleme: „Es gibt für Dachdecker kaum etwas Schlimmeres als ein Sturm am Sonntag“, sagt Dachdecker Falko Flüshöh. Denn dann kommen die Anrufe der Kunden am Montagmorgen ziemlich geballt.

Altbauten eher gefährdet

Und es ist schwer, die Prioritäten zu setzen. „Alle Anrufer sind natürlich entsetzt, dass ihr Dach beschädigt ist und können nicht abschätzen, dass ihr Fall vielleicht zwei Tage Zeit hat“, so Falko Flüshöh.

In der Prioritätenliste der Dachdecker ganz oben stehen Dach-Schäden, die bei weiteren Niederschlägen zu Feuchtigkeit in den Innenräumen führen könnten. „Dabei sind Altbauten eher gefährdet als Neubauten“, berichtet Dachdecker Michael Neukirch. Denn neuere Gebäude haben in der Regel unter den Dachziegeln weitere Abdichtungen.

Schäden an Scheunen

Deshalb haben einige Schwerter Dachdecker bislang vor allem die alten Scheunen der Schwerter Landwirte repariert. „Wenn das gelagerte Stroh feucht wird, setzen Faulprozesse ein und das Stroh wird unbrauchbar“, weiß Falko Flüshöh.

Ein weiteres Problem der Handwerks-Betriebe ist, dass sie nicht auf Sturmschäden warten, sondern Aufträge auf regulären Baustellen haben. Michael Neukirch teilte seine Mitarbeiter in mehrere Teams auf. Ein Team reparierte, eines ging zu den ordentlichen Baustellen. Udo Walter hingegen ließ alle seine Baustellen ruhen und kümmerte sich nur um Sturmschäden.

Dächer regelmäßig warten lassen

Den Fachleuten fiel bei einigen Kunden auf, dass viele Sturmschäden vermeidbar gewesen wären. „Nur wenige Hausbesitzer lassen ihre Dächer sachgerecht warten“, berichtet Michael Neukirch. Bei jedem Dach könne irgendwann Wasser eindringen, dann verziehen sich Materialien und bieten dem Wind Angriffsfläche. Sein Tipp: „Neue Dächer sollten alle 5 bis 10 Jahre untersucht werden, Dächer die älter als 30 Jahre sind, alle zwei Jahre.“

Die Dachdecker arbeiten eng mit den Versicherungen zusammen, „die Kunden müssen sich meist um nichts kümmern“, so Neukirch.

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