Schwerter erinnern sich gerne an den Birkenkrug

Serie: Ehemalige Gaststätten

Im Schwerter Norden lockte einst der "Birkenkrug" die Nachbarn aus der Birkenstraße und dem umliegenden Viertel an. Eine Kneipe mitten im Wohngebiet, in einem normalen Mehrfamilienhaus. Ortsheimatpfleger Ferdinand Ziese erinnert sich an eine Nebenerwerbskneipe und einen super Wirt, der mehr unter der Theke hatte als Bier.

SCHWERTE

, 28.07.2017, 15:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als er den Wohnblock an der Birkenstraße 1 in den Jahren 1958/59 hochziehen ließ, baute der Eigentümer in der rechten Hälfte des Erdgeschosses gleich eine Gaststätte mit ein. So weiß es eine Bewohnerin zu berichten. Selbst hat sie den Tresen allerdings nicht mehr kennengelernt: „Als wir 1972 hier einzogen, war die Kneipe schon zu.“

Ortsheimatpfleger Ferdinand Ziese ist aber noch in der Wirtsstube eingekehrt. Schultheiss-Bier wurde damals gezapft. „Das war so eine Nebenerwerbskneipe“, berichtet er: „Der Wirt war in Ordnung, er war ein Super-Typ.“ Nahezu alles, was man brauchte, habe man bei ihm kaufen können: „Er hatte alles unter der Theke.“

Erinnerungen an Polterabende und den Sparclub

Anwohnerin Gerda Kost erinnert sich noch gern daran, wie sie im „Birkenkrug“ ihren Polterabend gefeiert hat. Der Gastraum sei recht geräumig gewesen, dahinter gab es noch einen kleinen Saal für Feierlichkeiten. „Wir hatten da auch unseren Sparclub“, erzählt sie. Zweimal in der Woche trafen sich die Mitglieder zur fröhlichen Runde.

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Eine Speisekarte habe es in der Kneipe anfangs nicht gegeben, sagt Gerda Kost. Erst als ein Grieche hinter dem Tresen stand, sei auch Essen serviert worden. Er sei der wohl letzte Pächter gewesen. Danach wurden die Gasträume in eine Eigentumswohnung umgebaut. Sie hat eine eigene Haustür – den früheren Kneipen-Eingang. Wer genau hinschaut, entdeckt an der Seitenfassade noch Stellen, wo Saalfenster zugemauert wurden.

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Die Schwerter Kneipenlandschaft

In der Schwerter Kneipenlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan: Mehrere Traditionsgaststätten mussten schließen, manche wurden wieder eröffnet, andere Kneipen laufen weiterhin gut. Hier eine Bestandsaufnahmen in Bildern - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
13.04.2012
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Haus Maifeld: Heruntergelassen sind die Rollläden der Gaststätte Haus Maifeld schon seit zwei Jahren, berichtet Eigentümer Anton Maifeld.
© Foto: Reinhard Schmitz
"Pappala-Pub": Simone Aring betreibt die Kneipe im City-Centrum seit 2010. Sie verspricht in ihrer Kneipe eine gemütliche Atmosphäre und überträgt zudem alle Spiele der Fußball-Bundesliga© Foto: Bodo Brauer
"Haus Zier": Oliver Hillen hat Spaß an seiner Arbeit: "Der Klügere kippt nach" ist nur einer der Sprüche, den der Wirt von der Reichshofstraße auf das Schild vor der Tür schreibt.© Foto: Bodo Brauer
"Im Reiche des Wassers": Sylvia Schülke stand hier zwölf Jahre hinter der Theke, wechselte im April 2012 zur Waage. Ihre Nachfolgerin ist Ulrike Engelmann-Surkamp.© Foto: Bernd Paulitschke
Zum Brauhaus: Meike Bresser möchte die Gaststätte wieder beleben. Sie sucht eine Pächterin für das Objekt, das sie von der zu Jahresbeginn verstorbenen Wirtin Margret Kamphausen geerbt hat.© Foto: Reinhard Schmitz
Seit einem Jahr hat Peter Piwek in Villigst schon mit mehreren Interessenten verhandelt: "Aber es ist nicht so leicht, jemanden zu finden." Er vermieten seine Räume nur gelegentlich für Partys oder Familienfeiern.© Foto: Reinhard Schmitz
"denk-mal": Überraschend hat die Gaststätte vor einigen Wochen geschlossen - die Zukunft ist offen. Vor allem die Stammgäste bedauern den Verlust.© Foto: Bodo Brauer
"Feuerteich-Schänke": Seit über 40 Jahren gibt es die Kneipe an der Mährstraße. Wirt Bernd Bay begrüßt regelmäßig Sportfans, die bei den Live-Übertragungen der aktuellen Fußballspiele dabei sind.© Foto: Bodo Brauer
"Die Keule": Rustikal und gemütlich - so beschreiben Rainer und Jochen Melzer die "Keule". Die Brüder haben die Esskneipe mit Wintergarten im Oktober 1984 eröffnet. Auch nachts gibt es hier noch etwas zu essen.© Foto: Bodo Brauer
"Zum Kreuzeck": Die Gaststätte existiert bereits seit 1958, vor 13 Jahren übernahm Albrecht "Bubi" Bubenzer den Betrieb. Stammgast Uwe Keil weiß, warum sich ein Besuch lohnt: "Weil das Bier schmeckt und günstig ist."© Foto: Bodo Brauer
"Haus Kreinberg": Die Gaststätte in Schwerte-Ost gibt es schon seit 1930. An der Lichtendorfer Straße 5 servieren Monika und Bernd Herrmann Getränke und Speisen aus der gutbürgerlichen Küche.© Foto: Bodo Brauer
"Lo Canta": Spanisches Flair verbreitet die Tapas-Bar am Marktplatz. Hassen Er eröffnete den Betrieb vor zehn Jahren. Hier ist immer etwas los: Theater, Musik und andere kulturelle Veranstaltungen lockern den Restaurantbetrieb auf.© Foto: Bodo Brauer
"Dorfschänke Peukmann": Die Dorfschänke in Villigst hat eine lange Geschichte - um 1820 wurde sie gegründet. Heute richten Peter und Ursula Bach vor allem Vereinstreffen und Familienfeiern in den Räumen aus.© Foto: Bodo Brauer
"Rettelmühle": Ein idyllisches Ausflugsziel soll die "Rettelmühle" wieder werden. Die Gräflich von Stosch'sche Renteiverwaltung ist auf der Suche nach einem Pächter.© Foto Bodo Brauer
"Zur Waage": Die Gaststätte, die fast ein halbes Jahrhundert von der Familie Kühne geführt wurde, hatte seit November 2011 geschlossen. Anfang April eröffnete Sylvia Schülke die Kneipe am Postplatz neu.© Foto: Bodo Brauer
Kutscherstube: Familie Fromme hat jahrzehntelange Gastronomie-Erfahrung. Am 27. April 1981 eröffneten die Mitglieder das "Restaurant Kutscherstube" mit Bundeskegelbahnen und Biergarten an der Gotenstraße.© Foto: Bernd Paulitschke
"Restaurant Im Grüntal": "Es wird keine Gaststätte mehr", hat Inhaberin Anne Potthoff die Suche nach einem neuen Pächter für das traditionsreiche Lokal aufgegeben. Künftig werden die Räume am Grüntaler Teich anderen Zwecken dienen. © Foto: Reinhard Schmitz
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