Schwerter Filmemacher räumt mit „Mia“ vier Preise in Los Angeles ab

rnTom Sielemann

Sieger in vier Kategorien: Der Kurzfilm „Mia“ des Schwerter Ruhrakademie-Studenten Tom Sielemann hat Preise gewonnen. Bei einem Festival in Los Angeles. Obwohl Sielemann nie dort war.

Westhofen

, 08.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bester Film, bester Schauspieler, beste Schauspielerin und bester Nebendarsteller - in diesen vier Kategorien erhielt „Mia“ im Dezember die Auszeichnungen bei den Los Angeles Film Awards. Im 20-minütigen Kurzfilm geht es um ein Geschwisterpaar, das nach einem Unfall mit dem Verlust der Mutter klarkommen muss.

Es waren nicht die ersten Auszeichnungen für „Mia“: Im November gab es erst eine beim „Eat My Shorts“-Kurzfilm-Festival in Hagen, kurz darauf eine Auszeichnung bei „Camgaroo“ in München für die Hauptdarstellerin.

Nun wurden beide „Geschwister“ für ihre Leistung belohnt. „Ich freue mich vor allem für Tom und Saskia“, unterstreicht der 25-jährige Sielemann. Tom Hoßbach, der aus „Dschungelkind“ bekannt ist, und Saskia Caroline Keilbach, die man von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ her kennen könnte, hätten wirklich gut gespielt.

Was Sielemann noch mehr beeindruckte: „Zwischenzeitlich dachte ich: Ihr müsst doch wirklich Geschwister sein - so toll, wie ihr das macht.“ Dabei hätten sich beide erst am ersten Drehtag kennengelernt.

Auch die Leistung von Christoph Nitz, der einen behandelnden Arzt spielt, war der Jury einen Preis wert.

Das war der erste Preis, noch im November 2018: Tom Sielemann (25) gewann das "Hagener Filmfenster" beim "Eat My Shorts"-Festival.

Das war der erste Preis, noch im November 2018: Tom Sielemann (25) gewann das "Hagener Filmfenster" beim "Eat My Shorts"-Festival. © Foto: Filmfestival

Festival und Jury-Bewertung finden online statt

„Ich finde es vor allem toll, wenn man überlegt, wer in der Jury sitzt“, verdeutlicht Tom Sielemann: „Das sind alles Amerikaner, die in der Filmbranche arbeiten - als Regisseur oder Schauspieler.“

Wer bei LA und Jury an Blitzlicht und roter Teppich denkt, liegt allerdings falsch: Weder war Sielemann in Los Angeles, noch wurden die Filme öffentlich gezeigt oder prämiert.

Stattdessen können Filmemacher ihre Werke über die Plattform filmfreeway.com hochladen. Jury-Mitglieder wie die in LA haben dann spezielle Zugangscodes und können die eingereichten Beiträge ansehen und bewerten.

Die Los Angeles Film Awards werden monatlich vergeben - nicht nur an Kurzfilme. Ein Preisgeld gibt es nicht, aber branchen-internes Renommee.

Tom Sielemann ist auch ohne Preisgeld begeistert: „Die Auszeichnung zeigt mir, dass der Film ein allgemeines Gefühl anspricht.“ Und dass ein fremdsprachiger Film ausgezeichnet würde, sei ohnehin etwas Besonderes.

Die Leistung von Schauspieler Tom Hoßbach wurde mit einem Preis bedacht.

Die Leistung von Schauspieler Tom Hoßbach wurde mit einem Preis bedacht. © Foto: Tom Sielemann

Bisher immer noch keine öffentliche Premiere

„Ich habe ‚Mia‘ noch auf rund 50 weiteren Festivals eingereicht - vor allem in Deutschland, aber auch in Italien und den Niederlanden“, sagt Sielemann.

Denn auf eins wartet der Filmemacher noch immer: auf die öffentliche Premiere seines Kurzfilms, der 2018 in Schwerte, Witten und vor allem in einem Krankenhaus in Hagen gedreht wurde: „Aber das wird schon noch passieren. Das kann ja gar nicht anders sein.“

NAMHAFTE SCHAUSPIELER

Das sind die Hauptdarsteller bei „Mia“

Für die Hauptrollen konnte Tom Sielemann gewinnen: Saskia Caroline Keilbach (u.a. GZSZ) und Tom Hoßbach (u.a. Dschungelkind, Herzensbrecher). In den Nebenrollen spielen Christoph Nitz (Sankt Maik), Stefanie Renk (Frühling & Sonnnenschein) & Benjamin Grüter (Heldt). Außerdem steuert der Musiker Daniel Wirtz mit „Hier“ die Titelmelodie bei: in einer normalen und in einer Unplugged-Version.
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