Schwerter fühlen sich sicher – und wünschen sich trotzdem mehr Polizei

rnOnline-Umfrage

Wie fühlt sich der Schwerter in seiner eigenen Heimat? Das wollten wir von unseren Lesern wissen – und sie nennen auch Lösungsansätze. Aber wollen und können Stadt und Polizei das umsetzen?

Schwerte

, 14.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein mulmiges Gefühl auf dem Weg durch den Stadtpark, Anspannung unter der Brücke am Bahnhof oder auch in den Ruhrwiesen: der Reflex, sich ständig umschauen zu müssen. Es gibt ein paar Orte in Schwerte, die die Menschen vor allem in der Dunkelheit meiden.

Angsträume sind und bleiben in der Ruhrstadt präsent – auch, wenn das Sicherheitsgefühl allgemein als gut gilt. Das hat zumindest die Auswertung unserer großen Umfrage zur Stadtzufriedenheit gezeigt.

Für immerhin knapp 42 Prozent der Befragten trifft es „eher zu“, dass sie sich in Schwerte generell sicher fühlen. Für weitere 15 Prozent trifft das voll und ganz zu. Ein Drittel hingegen gibt an, sich eher unsicher zu fühlen.

Generell betrachtet sei Schwerte also ein sicheres Pflaster. Wenn man eben von einzelnen Orten absehe. Ein Teilnehmer schreibt hierzu: „Das Sicherheitsgefühl allgemein ist gut. Es liegt an den ganzen schlimmen Nachrichten aus anderen Städten, dass man um seine Kinder Angst haben muss.“

Was kann man tun? Schwerter wollen mehr Ordnungshüter in der Stadt

Von unseren Lesern wollten wir außerdem wissen, was die Stadt tun könnte, um das Sicherheitsgefühl in Schwerte zu verbessern. Nahe liegend war für die meisten Teilnehmer, mehr Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst zu fordern. Besonders häufig wünsche man sich mehr Kontrollen in den Abendstunden oder bei Nacht, an öffentlichen Plätzen wie dem Stadtpark oder dem Postplatz, und vor allem auch in den Ortsteilen.

Eine Leserin schreibt hierzu: „Es müsste sichergestellt werden, dass man als Frau auch noch nach 18 Uhr unterwegs sein kann, beispielsweise durch Polizei vor Ort. Sie wird aber nie gesehen.“ Zur selben Frage schreibt jemand: „Der Stadpark lässt zu wünschen übrig und am Ruhrtalradweg kann man keine Kinder alleine fahren lassen. Sie werden dauerhaft angepöbelt.“

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Doch wie realisierbar ist es überhaupt, noch mehr Ordnungshüter in Schwerte im Einsatz zu haben? Von der Stadt, die für den Kommunalen Ordnungsdienst zuständig ist, heißt es hierzu: „Die Stadt freut sich, dass der erst vor 2 Jahren eingeführte Kommunale Ordnungsdienst wahrgenommen wird. Der KOD zeigt schließlich vielfach Präsenz und bietet insgesamt eine hohe Kontrollfrequenz.“

Deshalb habe man die beiden Stellen erst kürzlich entfristet, was bedeutet, dass es dauerhaft einen KoD in Schwerte geben wird. „Geplant ist, verstärkt auf die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei zu setzen. Gleichzeitig appellieren wir aber auch an die Eigenverantwortung der Bürger“, schreibt Stadtsprecher Ingo Rous.

Gibt es mehr Polizeibeamte für Schwerte? Entscheidung steht aus

Bei der Kreispolizei in Unna will man noch keine klaren Angaben zu einer eventuellen Personalverstärkung machen. „Es werden Diskussionen geführt, eine Entscheidung gibt es wahrscheinlich im September“, erklärt Sprecherin Vera Howanietz.

Entscheidend hierfür ist der landesweite Verteilschlüssel für Polizeibehörden, durch den das Personal zugewiesen wird. „Die Schwerpunkte werden in den Städten gesetzt, wo es nötig ist“, sagt Howanietz. Oder anders: Die Städte, die besonders hohe Kriminalitätsraten haben, bekommen auch mehr Beamte. Und den sehe man in Schwerte derzeit eher nicht.

Mehr Beleuchtung: Stadtpark soll bald umgestaltet werden

Wie könnte man die Unsicherheit verschiedener Bürger stattdessen in den Griff bekommen? Wenn es nach ihnen selbst geht, dann durch mehr Beleuchtung an Problem-Orten. Das seien generell die dunklen Ecken im Stadtgebiet. Besonders oft werden allerdings der Postplatz und der Stadtpark genannt.

Und hier wolle die Stadt auch reagieren: „In einem mittelfristigen Zeitraum ist geplant, den Stadtpark in Gänze umzugestalten. In dem Zuge wird dann auch ein Beleuchtungskonzept erstellt“, so Ingo Rous. Zusätzlich verweist er an das Lob- und Beschwerdemanagement der Stadt. Anregungen zu der Thematik können unter Tel. (02304) 104-333 angegeben werden.

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