Schwerter Gesamtschulen beliebter als Gymnasien

Anmeldungen für weiterführende Schulen 2018/19

Weniger Anmeldewünsche für die Gymnasien, dafür ein Sturm auf die Gesamtschulen in Schwerte – das ist das überraschende Ergebnis am Ende der vorgezogenen Anmeldephase. Entscheidenden Anteil daran hatten Eltern aus Dortmund und Holzwickede, die ihre Kinder ab 2018/19 in die fünfte Klasse schicken.

Schwerte

, 12.02.2018, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerter Gesamtschulen beliebter als Gymnasien

Durch diese Tür wollen viele Eltern ihre Kinder schicken: 114 Anmeldewünsche gab es an der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule in Schwerte. © Foto: Bernd Paulitschke

Besonders beliebt ist die Gesamtschule Gänsewinkel: 149 Kinder sollen laut Elternwunsch dorthin. Im Vorjahr waren es noch 111.

Die Probleme: Die Gesamtschule hat einen Platzmangel. Mehr als vier Fünfer-Eingangsklassen passen einfach nicht. In einer Klasse aber dürfen in der allergrößten Ausnahme maximal 31 Schüler sitzen – macht maximal 124. Und selbst das sei alles andere als optimal, erklärte Hans-Georg Winkler, Schwertes Erster Beigeordneter im Rathaus.

110 der 149 Kinder, die auf die Gesamtschule sollen, kommen aus Schwerte. 17 weitere aus Holzwickede. Auch sie haben ihren Platz offenbar sicher, denn Holzwickede hat selbst keine Gesamtschule.

Anders sieht es aus mit den Kindern aus Iserlohn (6) und Dortmund (15), die ebenfalls zum Gänsewinkel wollten. Sie werden abgelehnt. Ebenso wie ein Kind aus Schwerte mit einem Förderschwerpunkt, das zum Ruhrtal-Gymnasium weitergereicht wird.

Entscheidungen fallen bis Mittwoch

Auch die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule verzeichnet mehr Anmeldewünsche als 2017/18: 114 statt 104. Und sie soll die Lösung für abgelehnte Schüler sein: Die Stadt Schwerte hat bei der Bezirksregierung beantragt, dass es dort eine fünfte Eingangsklasse gibt. Die einfache Rechnung hier: Als vertretbar gilt ein Mittelwert von 27 Schülern. Wären bei fünf statt vier Klassen also 135 statt 108.

Eine Antwort aus Arnsberg muss es bis Mittwoch, 14. Februar, geben. Denn am Donnerstag müssen aus rechtlichen Gründen die Briefe an die Eltern raus. Damit die ihre Kinder in der regulären Anmeldephase an einer anderen Schule unterbringen können. Die wiederum beginnt in vielen Städten um Schwerte herum am Montag, 19. Februar.

Weniger Anmeldungen an FBG und RTG

Überraschend wenig beliebt waren die Gymnasien. Hatten für 2017/18 noch viele Dortmunder Eltern eine Anmeldung am Ruhrtal-Gymnasium oder am Friedrich-Bährens-Gymnasium angestrebt, sanken die Zahlen für 2018/19:

Das FBG verzeichnete 99 Anmeldewünsche, davon sieben aus Iserlohn, zehn aus Dortmund und je einen aus Holzwickede und Hagen. Im Vorjahr waren es 126 Anmeldewünsche gewesen.

Beim RTG sank die Zahl von 80 auf 76 – darunter sind zwei Iserlohner und elf Dortmunder Kinder. „Beim RTG passt alles punktgenau“, so Winkler. Problematisch sei es allerdings beim FBG. In drei Klassen würden maximal 93 der 99 Kinder aufgenommen werden können. Und kleinere Klassen seien generell schöner, heißt es aus dem Rathaus.

Die Entscheidung, wer genommen wird und wie viele eigentlich, fällt aber nicht im Rathaus, sondern an den Schulen selbst. Bis Mittwoch müssen die Entscheidungen fallen. Dass sich die Schulleitungen untereinander einigen und einige Kinder quasi verschieben, sei in den vergangenen Jahren immer mal wieder geschehen, so Winkler. Doch das würden die Chefs der Schulen entscheiden, nicht er.

„Uns hat das auch überrascht. Wir haben eigentlich mit einer anderen Baustelle gerechnet“, unterstrich Winkler noch. Für das Schuljahr 2017/18 hatte es viel Ärger zwischen der Stadt Schwerte und Eltern aus dem Dortmunder Süden gegeben. Viele wollten ihre Kinder an Schwerter Gymnasien schicken. Doch eine Beschulungsvereinbarungen zwischen den Städten scheiterte. Aus finanziellen Gründen.

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