Schwerter Kleiderkammer braucht schnell Spenden

Bedürftige und Flüchtlinge einkleiden

Viele Bügel sind leer. Der Kellerbasar der Diakonie in Schwerte braucht neue Spenden. Neben den Bedürftigen, die sich hier kostengünstig einkleiden können, benötigen auch die 150 Flüchtlinge in der Halle am Stadtpark dringend zusätzliche Anziehsachen.

SCHWERTE

, 01.09.2015 / Lesedauer: 3 min

Leere Kleiderbügel baumeln an den Ständern. Verwaiste Schuhregale. Nur noch wenige Ständer sind bestückt. Der Kellerbasar der Diakonie im Haus an der Kötterbachstraße 16 braucht dringend neue Kleiderspenden. „Und zwar für Frauen, Männer, Kinder und Babys“, betont die Koordinatorin der Kleiderkammer Simone Burkhardt-Friebe.

Am Freitagnachmittag erhielt sie die Nachricht, dass die 150 Flüchtlinge in der Halle am Stadtpark wegen des Läusebefalls neu eingekleidet werden müssen. Zwar erhalten sie nach der Reinigung der Kleidung ihre Erstausstattung zurück, jedoch brauchen sie akut Kleidung.

25 Säcke und 15 Umzugskartons haben die Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer Margit Jähnicke und Angelika Gaida sowie Ehrenamtliche des Arbeitskreises Asyl in vielen Stunden sortiert und verpackt. „Auch viele Mitarbeiter der Diakonie haben ihre Mittagspausen im Keller verbracht, um Kleider zu sortieren“, erzählt Simone Burkhardt-Freibe.

In diesen Wochen konnten auch die regulären Öffnungszeiten der Kleiderkammer für den Verkauf an bedürftige Schwerter Bürger nicht mehr aufrecht erhalten werden. Margit Jähnicke hofft, dass sie auch bald ihre zahlreichen Stammkunden wieder zu den Öffnungszeiten begrüßen kann.

"Boutique Karstadt"

2014 nutzten 3901 bedürftige Menschen die Gelegenheit, sich kostengünstig einzukleiden. Dabei ist es dem Kellerbasar-Team besonders wichtig, dass sich ihre Kunden in den Räumen wohlfühlen. Die kleine Sitzecke wird als Treffpunkt bei Kaffee, Tee und Plätzchen genutzt. Die Kleidung hängt immer sauber, gepflegt und sortiert auf den Bügeln. Dass ihre Kunden den Kellerbasar liebevoll „Boutique Karstadt“ nennen, ist für Margit Jähnicke ein schönes Lob.

Dadurch dass viele Beratungsangebote der Diakonie in dem Haus untergebracht sind, ist die Vernetzung auch eng zu den Bedürftigen – zum Beispiel zu den werdenden Müttern, die die Schwangerschaftsberatung aufsuchen. Deshalb sucht die Kleiderkammer auch unbedingt Sachen für die Baby-Erstausstattung.

Sauber und gepflegt

Wichtig ist aber bei allen Kleiderspenden, dass es sich um saubere, tragbare Kleidung handelt. Manch einer scheint die Spendensäcken auch gerne mal zur Müllentsorgung zu nutzen. „Sie glauben gar nicht, in was wir hier schon alles reingefasst haben“, sagt Margit Jähnicke angewidert. Und auch Simone Burkhardt-Friebe hat schon einen Sack gesehen, in dem oben die Shirts lagen und darunter leere Sektflasche und benutzte Einwegbecher.

Simone Burkhardt-Friebe: „Auch wenn die Menschen, die bei uns Hosen und Pullover kaufen, bedürftig sind, haben sie ein Anrecht auf gepflegte Kleidung. Sie müssen nicht mit löchrigen Hosen herumlaufen.“

Wie kann ich spenden und was wird benötigt?
Der Kellerbasar ist erreichbar über den Seiteneingang des Hauses der Diakonie, Kötterbachstraße 16.
Kleiderspenden können abgegeben werden zu den Annahmezeiten montags bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis   16 Uhr im Kellerbasar.  
Außergewöhnliche Spenden sollten vorher telefonisch abgesprochen werden unter Tel. 939329.  
Benötigt werden Schuhe und Bekleidung für Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder für alle Jahreszeiten.

 

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