Wie dieser Schwerter sein Handy-Knöllchen wieder los wurde

rnAmtsgericht

Es war ein einzelner Polizist, der Wolfgang Jordan aus Schwerte beschuldigte, beim Autofahren telefoniert zu haben. Jordan bestritt das. Und zog vor Gericht.

Schwerte

, 28.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 4. Februar hatte ein Streifenwagen den Schwerter Wolfgang Jordan auf der Sonnenstraße angehalten. Ein einzelner Polizist stieg aus und beschuldigte den Rentner, er habe während der Autofahrt mit dem Handy telefoniert. Jordan bestreitet das. „Ich hatte an diesem Tag gar kein Handy dabei“, sagt er. Am Freitag wurde der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt.

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Letztlich entschied die Amtsrichterin auf Basis der Aussagen der Beteiligten. Auf der einen Seite waren das Wolfgang Jordan und seine Frau, die an diesem Tag mit dem Auto unterwegs waren, auf der anderen Seite der 40-jährige Polizeibeamte, der sich am Medical-Center oberhalb der Bethunestraße auf Höhe des Parkdecks mit seinem Streifenwagen postiert hatte. Von hier habe man einen guten Einblick in die Autos, so der Polizist. Und da habe er gesehen, wie Jordan sein Handy just in diesem Moment ans rechte Ohr geführt habe. Das war für ihn der Auftakt, den Rentner mit dem Streifenwagen zu verfolgen.

Polizist ist als Dienstgruppenleiter öfters alleine unterwegs

Auf die Frage des Gerichts, was das Handy denn für eine Farbe hatte und wie groß es gewesen sei, konnte der Zeuge dann keine Antwort geben. Allerdings betonte er, er habe das Display aufblitzen sehen. Warum er denn alleine so eine Kontrolle durchgeführt habe, wollt die Richterin wissen. Das sei üblich, weil er Dienstgruppenleiter sei und öfters selbstständig solche gezielten Kontrollen durchführe, antwortete der Polizist.

Wer hat wann was gesagt?

Jordan und sein Frau beteuerten hingegen, dass niemand telefoniert habe, weil sie bereits kurz nach der Abfahrt festgestellt hätten, dass sie ihr Handy vergessen hatten. Als der Polizist sie auf Höhe von Ford Pflug angehalten habe, hätten sie ihm sogar angeboten, das Auto nach einem Handy zu durchsuchen.

Der Polizist stellte die Szene vor Gericht anders da. Er habe den Wagen gestoppt, Wolfgang Jordan sei sofort ausgestiegen und habe sofort erklärt, dass er kein Handy dabei hatte. „Das war noch, bevor ich ihm gesagt habe, was ihm vorgeworfen wird.“ Das bestritt die Ehefrau des Beschuldigten, die mit im Auto saß. Erst habe der Beamte Führerschein und Zulassung geprüft und dann den Vorwurf erläutert, bevor es um das Handy ging.

Einig war man sich hingegen darin, dass die Jordans eine Durchsuchung angeboten hatten. „Das machen wir generell nicht“, erklärte der Beamte. Schließlich könne der Beschuldigte das Handy ja inzwischen aus dem Fenster geworfen haben.

Verfahren zu lasten der Staatskasse eingestellt

Letztlich blieben beide Aussagen so stehen, denn ein Urteil gab es nicht. Dennoch darf sich Wolfgang Jordan als rehabilitiert fühlen. Denn das Verfahren gegen ihn wurde nicht nur eingestellt, die Gerichtskosten und die für seinen Anwalt übernimmt sogar die Staatskasse.

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