Schwerter Orchideen-Zucht sammelte Weihnachts-Spenden für kranken Anton (3)

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Die Schwerter Orchideen-Zucht sammelte während der Adventsaustellung Spenden für den dreijährigen Anton, der wegen einer Muskelerkrankung im Rollstuhl sitzt.

Schwerte

, 27.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am vierten Advent konnte die Schwerter Orchideenzucht dem kleinen Anton aus Dortmund-Höchsten eine Freude bereiten. Im Rahmen der Adventsausstellung hat ihm die Gärtnerei eine Spende überreicht, die sogar noch erhöht wurde.

1.000 Euro durch Adventsausstellung

Während der Adventsausstellung vom 22. bis 24. November standen bei der Schwerter Orchideen-Zucht nicht nur Pflanzen im Mittelpunkt. Es wurde auch für den kleinen Anton gesammelt, der an Muskelschwund erkrankt ist. Da der Inhaber der Orchideen-Zucht, Guido Schöttler, die Spendensumme der Kunden noch ein wenig aufstockte, kamen so in den drei Tagen 1.000 Euro zusammen.

Jedes Jahr sammelt die Gärtnerei Spenden für einen guten Zweck. Die Idee, diesmal für Anton zu sammeln, kam von Mitarbeiterin Anja Graudejus, die Antons Vater persönlich kennt. „Die Kollegen fanden die Idee gut, dann haben wir eine Spendendose aufgestellt und über die Muskelkrankheit von Anton informiert.“

Die Muskelkrankheit heißt Spinale Muskelatrophie (SMA). Antons Muskeln sind durch einen Gen-Defekt so schwach, dass er weder laufen, noch stehen oder eigenständig sitzen kann. Er ist dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen und muss regelmäßig im Krankenhaus therapiert werden.

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Bereits über 50.000 Euro Spenden

Seitdem Antons Eltern mit seiner Krankheit im Sommer 2018 an die Öffentlichkeit gegangen sind, hat die Familie bereits mehr als 50.000 Euro an Spenden erhalten.

Viele Menschen aus Schwerte und Umgebung haben gespendet oder sogar eigene Spendenaktionen für den Dreijährigen durchgeführt.

Von dem Geld wurde unter anderem im Frühjahr ein neues Auto gekauft und für Anton rollstuhlgerecht umgebaut. Zudem ist die Familie von Schwerte nach Dortmund-Höchsten in eine geeignetere Wohnung gezogen.

Mama Angela musste ihren Job aufgrund der vielen Behandlungstermine ihres Sohnes bereits aufgeben. Vater Sebastian ist seitdem Alleinverdiener.

Da die Krankenkasse nicht alle Kosten übernimmt, benötigt die Familie Unterstützung. „In der Wohnung der Familie muss noch einiges ebenerdig gemacht werden“, weiß Anja Graudejus, dass die Spende gut investiert ist. Zudem wären regelmäßig neue Anschaffungen zu machen, da Anton ja auch wachse.

Krankheit noch nicht heilbar

Oft starben Kinder mit SMA in der Vergangenheit innerhalb des ersten Lebensjahres. Antons Lebensretter war vermutlich das Medikament Spinraza, mit dem er regelmäßig im Krankenhaus therapiert wird. Das kann Anton zwar nicht heilen, verhindert aber offenbar eine Verschlechterung seiner Muskelkraft.

Mittlerweile lässt sich SMA direkt nach der Geburt über einen Bluttest nachweisen. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, können sich Kinder bei entsprechender Behandlung normal entwickeln.

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