Schwerter Schule will hochbegabte Kinder fördern

Albert-Schweizer-Schule

Statistisch gesehen sind zwei Prozent aller Schüler hochbegabt. Erkannt werden diese besonderen Talente nicht immer. An der Albert-Schweitzer-Schule in Schwerte soll sich das ändern. Die Grundschule beteiligt sich an einer bundesweiten Initiative, um besonders leistungsstarke Kinder zu fördern.

SCHWERTE

, 06.10.2017, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerter Schule will hochbegabte Kinder fördern

An der Albert-Schweitzer Schule werden hochbegabte Kinder in besonderer Weise gefördert.

Max und Paul (beide Namen geändert) gehören an der Albert-Schweizer-Schule in Schwerte schon zu „entdeckten“ Talenten. Max geht in die dritte Klasse und hat seine Eltern schon als Kleinkind mit seinem Wissensdurst auf die eine oder andere Probe gestellt. Gemeinsam hatten sie die Schule herbeigesehnt, aber die brachte keine echte Entspannung.

Seine Mutter: „Ein jugendpsychiatrischer Test hat ergeben, dass er seinem Alter kognitiv weit voraus ist, seine sozial-emotionale Entwicklung damit aber nicht mithält.“

Hochbegabte haben es in der Schule nicht immer leicht

Aus dem mehr als aufgeweckten Kleinkind Paul mit dem überdurchschnittlichen Interesse an Buchstaben ist inzwischen ein Erstklässler geworden. Seine Eltern haben ihn gerade testen lassen. Seine Mutter berichtet: „Das Sozialpädriatische Zentrum Unna attestiert ihm einen Intelligenzquotienten nahe der Hochbegabung.“ Aber auch Paul flutscht nicht ohne Probleme durch die Schule.

Während Max aus Langeweile schon mal „den Max“ macht und die anderen beim Lernen stört, zieht der introvertierte Paul sich gern in seine Gedankenwelt zurück und lässt es im Unterricht an Aufmerksamkeit und Konzentration fehlen.

Oft bleiben überdurchschnittliche Talente unentdeckt

In beiden Fällen haben schon die Eltern das besondere Potenzial ihrer Kinder erkannt und testen lassen, aber Schulleiter Dirk Schnitzler von der Albert-Schweitzer-Grundschule ist davon überzeugt, dass viele überdurchschnittliche Talente unentdeckt bleiben. Er hat seine Schule deshalb angemeldet zur „Gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler“.

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Die Kultusministerkonferenz formuliert das Ziel so: „Das Regelsystem Schule soll nachhaltige Strukturen entwickeln, leistungsstarke und potenziell besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern.“ Dirk Schnitzler übersetzt: „Wir wollen in unserem Schmelztiegel Grundschule eine Kultur schaffen, in der wir nicht nur die Schwachen fördern, sondern auch die Starken fordern.“

Das umfasst die Bereiche Mathematik, Englisch, Deutsch und den Sachunterricht. Naturwissenschaftlich ist die Schule von Mathematik-Lehrer Dirk Schnitzler bereits gut aufgestellt, die anderen Fächer sollen folgen.

Bundesweit beteiligen sich 300 Schulen am Projekt

Bundesweit machen bei diesem bis 2027 angelegten Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung 300 Schulen mit, davon vier Grundschulen im Regierungsbezirk Arnsberg, eine davon die Albert-Schweitzer-Schule an der Wittekindstraße. Was Max und Paul dann wohl machen?

Welche Hochbegabungen gibt es?
Es gibt Hochbegabungen in verschiedenen Bereichen: allgemein intellektuell (zum Beispiel Nobelpreisträger), musisch-künstlerisch (zum Beispiel berühmte Musiker), sozial (zum Beispiel Personen wie Albert Schweitzer) und psychomotorisch (zum Beispiel Sportprofis).
Hochbegabte Menschen denken oft anders als andere: abstrakter, schneller, weiter, kreativer. Dies ist im Alltag nicht immer förderlich, und so werden hochbegabte Menschen manchmal zu Sonderlingen abgestempelt und rutschen in eine Außenseiterposition.

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