Schwerter Schwestern feiern im Internet Erfolg mit „Arme-Leute-Küche“

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Nur die teuersten Zutaten? Nein, die braucht man nicht in „Mary´s Kitchen“. Zwei Schwestern aus Schwerte zeigen im Internet, wie´s gemacht wird.

Schwerte

, 04.11.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Bildschirm wartet eine 3000-köpfige Fangemeinde jede Woche inständig auf ein neues Rezept. Auf Facebook, Instagram und mittlerweile auch mit einem eigenen Youtube-Kanal sind Maria Angela (43) und Loredana (38) Roccasalva mit ihrem Blog „In Mary´s Kitchen“ mit wachsenden Erfolg unterwegs. Jetzt gibt es erstmals die Chance, persönlich mit den beiden Schwestern zu kochen. Am Freitag, 30. November, von 16.30 bis 21.30 Uhr geben sie ihren ersten Workshop bei Kobi-Seminare in Dortmund, Adlerstraße. Was dabei in Töpfen und Pfannen entsteht, wird im Anschluss gemeinsam mit den Teilnehmern verspeist.

In der Küche groß geworden

„Eine Mitarbeiterin hat uns angesprochen“, erzählt Maria Angela Roccasalva. Klar, sei ein wenig Aufregung dabei. Es sei schließlich absolutes Neuland: „Aber wir kriegen das schon hin.“ Immerhin sind die beiden Koch-Schwestern sozusagen in der Küche groß geworden. Denn ihre Eltern – die Mutter Griechin, der Vater Italiener – betreiben das Restaurant Dolce Vita am Ostentor: „Die stützen und beraten uns.“

Kobi sei ein Seminarträger, der vielfältige Angebote in seinem Programm habe, berichtet Loredana Roccasalva. Beispielsweise gebe der Schwerter Musiker Stefan Bauer dort Kurse im Liederschreiben. Die Räumlichkeiten im Dortmunder Kreuzviertel verfügten aber auch über eine Küche mit Küchenzeile: „Dort werden wir einfache Sachen machen mit viel Tomatensoße.“ Die ist das Fundament der italienischen Küche – und muss nach Überzeugung der Koch-Schwestern „mindestens anderthalb Stunden“ auf dem heißen Herd stehen.

Workshop mit acht Teilnehmern

Damit die Workshop-Teilnehmer nicht nur über die Schulter schauen, sondern auch tatkräftig mitschnippeln und -rühren können, ist ihre Zahl auf acht begrenzt. Ehe sich die Roccasalva-Schwestern umdrehen konnten, war der erste Kurs deshalb schon ausgebucht. Ein nächster Termin sei aber für März geplant.

Bis dahin bleibt nur das Warten auf das nächste Rezept, das für „Mary´s Kitchen“ gefilmt wird. Mitten in der Innenstadt entstehen die aufwendigen Produktionen, in denen die Speisen mit eigenen Geschichten zu den jeweiligen Ländern und deren Kultur vorgestellt werden.

Kochen ohne Schnickschnack

„Wir kochen ohne viel Schnickschnack“, sagt Loredana Roccasalva. Denn es sei ein absoluter Irrtum, wenn viele Menschen denken, dass man nur die teuersten Zutaten benutzen könne. Vielmehr wird gezeigt, wie lecker ein sogenanntes „Arme-Leute-Essen“ sein kann: „Die Oma sagte immer: Wir hatten nichts.“ Trotzdem gab es nichts, was beispielsweise ihren Eintopf aus Nudeln mit weißen Bohnen übertreffen könnte. Oder das Tomatensaft-Konzentrat, das die Verwandten auf Sizilien wochenlang in der Sonne trocknen lassen, bis es fast schwarz geworden ist. Auch Oliven für eigenes Öl, Granatäpfel, Feigen und Kakhi-Früchte erntet die Familie dort.

Besuch in Griechenland

Vom Besuch der anderen Sippe in Griechenland brachten die Schwestern kürzlich einen Bergtee mit Eisenkraut mit: „Den gab´s bei Oma zum Frühstück und abends mit Schafskäse und grünen Oliven.“ Alles wurde vorsorglich schon mal für den Internet-Auftritt gefilmt. Es gehe darum, dass vergessene Gerichte nicht verloren gehen. Beispielsweise konnte eine Tante noch zeigen, wie die vor zehn Jahren gestorbene Oma ihre leckersten Kekse gebacken hatte.

Mittlerweile werden die Rezepte selbst auf Englisch übersetzt, damit die Fans auf der ganzen Welt sie nachkochen können. Der größte Teil von ihnen sitzt zwar in Deutschland vor dem Rechner. Aber es haben sich auch Follower aus Amerika, Indien und Südamerika angemeldet. Vielleicht lernen die irgendwann auch einmal eine echte Schwerter Spezialität kennen. „Wir haben schon mal mit dem Gedanken gespielt, irgendwas mit Schwerter Senf zu machen“, verrät Maria Angela Roccasalva. Fisch mit Senfkruste vielleicht, oder Schnitzel in Kräuter-Senf-Panade.

Kochblog bleibt Hobby

Auch wenn sie jede Menge Zeit in ihr Projekt stecken – für die Roccasalva-Schwestern soll es ein schönes Hobby bleiben. Und das betreiben sie schon aufwendig genug. Denn jede Speise soll auch für das Auge ansprechend präsentiert werden, damit die Fans zum Nachkochen animiert werden.

Um gutes Tageslicht zu haben, können im Winterhalbjahr die Dreharbeiten auch nur am Wochenende stattfinden. „Es macht Spaß“, sagen die Beiden aber wie aus einem Munde. Und wer weiß. Vielleicht erfüllen sie sich irgendwann auch mal noch ihren Traum, ein Buch zu schreiben. Tolle Rezepte kennen sie ja genug.

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