Schwerter Stadtbad will mehr Geld von den Vereinen

Höherer Eintritt

Schwimmvereine und die Schwerter DLRG müssen ab 2018 wohl einen höheren Eintritt für das Stadtbad bezahlen. Denn die Stadtwerke müssen Mehrkosten decken und wollen wohl nun die Vereine stärker zur Kasse bitten. Bei den Vereinen trifft die Änderung teils auf Unverständnis.

SCHWERTE

, 21.10.2016, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erwachsene Vereinsmitglieder sollen ab dem Jahr 2018 einen höheren Eintritt für das Stadtbad bezahlen. Das gaben die Stadtwerke, die auch Eigentümer des Stadtbades sind, am Dienstag den Vereinen bekannt. Etwa 50 Cent pro Stadtbadbesuch müssten Vereinsmitglieder dann wohl mehr zahlen.

Richtig verstehen kann dies Michael Meik, Sprecher der Fachgruppe Wassersport vom Stadtsportverband, nicht. „Wir müssen für Kosten zahlen, die wir nicht verursachen“, sagt er. Durch längere Öffnungszeiten hätte das Stadtbad mehr Kosten - zum Beispiel Energiekosten durch die Heizung und höhere Personalkosten. Diese Kostenerhöhungen würden die Vereine nicht betreffen, da sie immer in den gleichen Zeiten das Stadtbad besuchen würden und auch die Betreuung des Schwimmbereichs selbst übernehmen würden. Deswegen sei es, auch nach dem Vorsitzender der Fachgruppe Wassersport Heiko Schmidt, nicht gerecht, die Kosten auf die Vereinssportler abzuwälzen.

Eintrittspreise schon 2011 erhöht

Die Stadtwerke hatten schon 2011 die Eintrittspreise für den öffentlichen Betrieb des Stadtbades erhöht. Damals waren erwachsene Vereinsmitglieder, wie zum Beispiel Übungsleiter in Schwimmgruppen, nicht davon betroffen. Jetzt wollen die Stadtwerke offenbar nachziehen.

Außerdem fügt Meik an, dass laut seinen Berechnungen eine Jahreskarte mit Ruhrpowercard dann günstiger wäre als der Mitgliedsbeitrag der Vereine. „Wir werden da noch einiges prüfen müssen“, sagt Heiko Schmidt. Danach wolle man noch einmal mit den Stadtwerken ins Gespräch.

Michael Grüll, Geschäftsführer der Schwerter Stadtwerke wollte sich zu dem Thema am Donnerstag nicht äußern. „Das ist noch nicht im Gremium besprochen worden“, sagt er. Außerdem sei die Angelegenheit eh noch nicht in trockenen Tüchern. Man habe nur mit den Vereinen eine Lösung finden wollen. Im 14-seitigen Infopapier, was die Stadtwerke den Vereinen am Dienstag vorgelegt hatte, heißt es: „Die Weitergabe der Kosten an die Vereine ist aufgrund rückständiger Zahlen zwingend und angemessen.“

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Erhöhung war bereits für 2017 angedacht

Sven Leinberger, Vorsitzender des Schwimmvereins Schwerte 06, ist auch stark von den Preisänderungen betroffen. Laut seinen Schätzungen würden für den Verein Mehrkosten in Höhe von 1700 Euro anstehen. „Wir sind nicht begeistert, können es aber nachvollziehen“, sagt er. Die Stadtwerke hätten in der Versammlung glaubhaft erläutert, warum die Kosten auch für Vereinsmitglieder steigen müssten und seien den Vereinen entgegengekommen.

Ursprünglich sei die Erhöhung für 2017 schon geplant gewesen, jetzt findet sie erst im Jahr 2018 statt. So können die Beitragserhöhungen mit den Vereinsmitgliedern abgesprochen werden. Denn Rücklagen hat der Verein nicht. „Wir mussten einen Konsens schließen, damit wir überhaupt ein Bad für den Schwimmsport haben können“, sagt Sven Leinberger.

Die betroffenen Vereine
Betroffen von den Preisveränderungen sind vor allem die drei Schwerter DLRG-Vereine, der Schwimmverein Schwerte 06 und die SG Eintracht Ergste.
Aber auch der Blue Marlin Tauchverein, die River Divers, Tauchflöhe, der Kanu- und Surfverein und die Behinderten-Sportgemeinschaft müssen wohl zukünftig mehr zahlen.

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