Schwerter Tafel will Koch Friedhelm Rutsch nur noch halbtags arbeiten lassen

Sparzwang

SCHWERTE Einen Koch in Vollzeit kann sich die Schwerter Tafel nicht mehr leisten. Eine halbe Stelle sieht Olaf Heppe, Geschäftsführer des Trägervereins Signal, als Lösung, um Friedhelm Rutsch weiterhin halten zu können.

von Von Reinhard Schmitz

, 30.11.2009, 17:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Seit 1998 kocht Friedhelm Rutsch für die Schwerter Tafel.

Seit 1998 kocht Friedhelm Rutsch für die Schwerter Tafel.

Dazu gehörte es eher, den Koch bislang streng nach Tarif zu bezahlen. „Die Personalkosten betragen circa 45.000 Euro pro Jahr“, rechnet Heppe vor: „Das können wir in dem Umfang im nächsten Jahr nicht mehr finanzieren.“ Denn die Überschüsse aus anderen Bereichen, mit denen Signal bislang den Tafelbetrieb unterstützte, gingen zurück. Vor allem, weil Aufträge der Arge für Maßnahmen mit Arbeitslosen fehlen. Statt 100 werden derzeit nur noch 50 Ein-Euro-Jobber von Signal betreut. Und Spenden-Aktionen wie der Suppen-Verkauf auf dem Markt, der im Sommer mehr als 20.000 Euro in die Kasse spülte, lassen sich nicht jedes Jahr wiederholen.

„Ich stehe als Geschäftsführer vor dem Problem, das Unternehmen insgesamt nicht zu gefährden“, verdeutlicht Heppe: „Wenn Aufträge fehlen, muss ich Mitarbeiter entlassen.“ Nicht mehr verlängert wurden deshalb die befristeten Teilzeit-Verträge von zwei Sozialarbeitern. Auch im Bereich EDV wird eine Stelle eingespart. Die Aufgaben sollen nach Bedarf Honorarkräfte übernehmen. Keinesfalls verzichten will Signal jedoch auf einen Koch, da gerade der warme Mittagstisch die besondere Atmosphäre der Schwerter Tafel mitbestimmt. „Es ist unser Wunsch, dass Herr Rutsch bei uns weiterbeschäftigt ist“, sagt Heppe. Seit 1998 steht der 57-Jährige mit großem Engagement am Herd, organisiert Lebensmittelspenden und ist bei fast jeder Werbeaktion ganz vorn mit dabei. Sollte Rutsch nicht bleiben, will Signal per Stellenausschreibung einen Nachfolger suchen. „Wir werden das Konzept beibehalten“, erklärt Heppe: „Das hängt nicht an der Person.“ Auch wenn ihm der Weggang „sehr Leid“ täte.

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