Alfons Peters musste wegen der Preiserhöhungen bereits Konsequenzen ziehen. © Bernd Paulitschke
Spritpreise

Schwerter Tankstellen-Pächter über enorme Spritpreise: „Es ist für alle in der Branche schwer“

Die Benzinpreise in Deutschland steigen seit Monaten immer weiter an. Der Schwerter Tankstellenpächter Alfons Peters macht indes kaum noch Gewinn – und musste schon Konsequenzen ziehen.

Seit Monaten steigen die Spritpreise in Deutschland immer weiter. Laut ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt des Dieselpreises am letzten Sonntag (17.10.) bei einem Rekordhoch von 1,55 Euro pro Liter. Welche Tipps können Verbraucher beachten, um an der Zapfsäule Geld zu sparen?

Einen großen Gewinn mache keiner

„So richtige Tipps gibt es momentan ehrlich gesagt nicht“, erklärt Alfons Peters, Inhaber der Freien Tankstelle an der Hagener Straße in Schwerte-Wandhofen. „Es ist in der letzten Zeit für alle in der Branche sehr schwer geworden.“

Natürlich solle man im besten Fall vermeiden nach 20 Uhr am Abend zu tanken – eher günstig sei der Sprit am späten Morgen und vormittags, wenn die meisten Menschen bei der Arbeit sind. Einen großen Gewinn mache bei der jetzigen Entwicklung jedoch niemand damit. Er selbst habe bei der Preisgestaltung keine Handhabe mehr und orientiere sich an den Preisen pro Liter bei der Konkurrenz.

„Die Kosten sind leider an allen Stellen geplatzt und das gilt nicht nur für kleine Betriebe wie meinen“, sagt Alfons Peters. „Die Produktionskosten sind gestiegen, Raffinerien und Tanklager mussten schließen und auch Strom- und Personalpreise werden bald weiter steigen.“ Der Inhaber der Freien Tankstelle an der Hagener Straße musste aus der anlaufenden Entwicklung selbst schon Konsequenzen ziehen, um sich über Wasser zu halten.

Prognose für die Zukunft

220 Stunden im Monat arbeite er momentan. Zudem habe er die Öffnungszeiten kürzen müssen, um Energie- und Personalkosten einzusparen. Das eingeplante Benzin für seine Zapfsäulen müsse er mittlerweile schon zehn Tage vor der Lieferung bestellen – anders sei die Planung nicht mehr möglich, so Alfons Peters. „Wenn das so weiter geht, werden bald wohl auch die großen Tankstellen um 22 Uhr zu machen müssen, damit sie Kostenrisiken vermeiden können.“

Eine Prognose für die Zukunft seiner Branche fällt Alfons Peters schwer, aber er versuche abzuwarten und optimistisch zu bleiben, so der Tankstellen-Inhaber. „Wir müssen einfach schauen, wie sich der Markt weiter entwickelt. Wir verdienen ja nur pro verkauftem Liter. An manchen Stellen wird der Markt leider absichtlich leer gekauft, um die Preise weiter in die Höhe zu treiben.“

Alfons Peters hofft, dass die neue Regierung die Situation für alle Menschen, die ihr Geld rund um die Autobranche verdienen, nicht noch schwerer macht. Ein sehr großer Teil der Arbeitsplätze in Deutschland hänge weiterhin am Auto, so Peters.

Video: Deutsche Tank-Touristen im Ausland – So drosselt Tschechien die Benzinpreise

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer