Schwerter tauscht Strandurlaub gegen harte Arbeit

Mitarbeit auf Südtiroler Berghof

Harte Arbeit statt Strandurlaub – Sebastian Ziegenbein aus Schwerte ist diesen Tausch eingegangen. Obwohl er mit Landwirtschaft nichts zu tun hat, ist er in diesem Sommer lieber auf einen Berghof in Südtirol statt auf die Partymeile am Ballermann gereist. Dort half er einem Bauern beim Bewirtschaften seines Hofes – 14 Stunden täglich.

SCHWERTE

, 15.08.2017, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerter tauscht Strandurlaub gegen harte Arbeit

Kein Urlaub wie jeder andere: Sebastian Zeigenbein verbrachte seine Freizeit damit, sich ehrenamtlich für die Bergbauernhilfe zu engagieren.

Berührungspunkte mit der Landwirtschaft hatte der Schwerter Sebastian Ziegenbein bisher nicht wirklich. Allenfalls hat er als Kind Ferien auf dem Bauernhof mit seinen Eltern gemacht, erinnert sich der 38-Jährige. Trotzdem hat er in diesem Sommer den Strandurlaub gegen zwei Wochen harte Arbeit für die Bergbauernhilfe auf einem Hof in Südtirol eingetauscht.

Ein gemütlicher Abend zu Jahresanfang vor dem TV im heimischen Wohnzimmer erwies sich für Sebastian Ziegenbein als geradezu schicksalsträchtig, wie er unserer Redaktion erzählt. Beim Durchzappen blieb er dabei nämlich bei einer Dokumentation hängen, die seine Urlaubsplanung maßgeblich beeinflusst hat.

Maloche in Südtirol statt Party-Spaß auf Mallorca

„Darin ging es um das Leben und die Probleme der Bergbauern in Südtirol und darum, dass sie beim Bewirtschaften ihrer Höfe auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen angewiesen sind.“ Sein Interesse war geweckt, denn „es sollte mal was völlig anderes sein als der Party-Urlaub auf Mallorca“. Über die Internetseite der Bergbauernhilfe entstand dann der Kontakt, der in einem rund 45-minütigen Bewerbungsgespräch mündete.

„Darin hat man mir auch Vorschläge gemacht, welche Höfe in Frage kommen würden“, sagt der 38-Jährige. Für den ehrenamtlichen Einsatz auf dem Stolpahof, in 1665 Metern Höhe nahe der Gemeinde Toblach in Südtirol entschied sich Ziegenbein schließlich. Bei seinen Arbeitskollegen bei der Deutschen Nickel und im Freundeskreis erntete diese Urlaubsplanung besonderer Art ein zweigeteiltes Echo, als er sie publik machte, erzählt Sebastian Ziegenbein. „Die einen reagierten mit Kopfschütteln und witzelten über mich als den ‚Ziegen-Peter‘, andere waren hingegen völlig baff und brachten Bewunderung für meinen Plan auf“, sagt der Schwerter.

14-Stunden-Tage und nur einen schlichten Schlafplatz

Die anfängliche Skepsis einiger Freunde sei aber auch recht schnell dem Respekt vor solch einem Unterfangen gewichen. Denn anstatt nun für zwei Wochen den herrlichen Ausblick auf die Dolomiten zu genießen und sich zu entspannen, war Knochenarbeit auf dem Hof von Bauer Hermann und seiner Renate und der Altbäuerin Maria angesagt. Maloche statt Müßiggang – 14 Stunden am Tag.

Als der Schwerter am 30. Juli nach einer mehrstündigen Anreise mit dem Zug hoch oben auf dem Berghof ankam, fand er auch kein komfortables Gästezimmer, sondern eine behelfsmäßige Pritsche als Nachtquartier vor. Bis zum 12. August sollte das Bewirtschaften des Hofs auf dem Programm stehen, kein Luxus. „Los ging es gegen 6 Uhr morgens im Kuhstall, über Tag wurde Heu gemäht und eingeholt, Kühe und Schafe getrieben, Elektrozäune gesetzt. Allenfalls das gemeinsame Essen bot kurze Momente zum Verschnaufen“, erzählt Sebastian Ziegenbein.

Besonders die erste Woche sei hart gewesen, er hätte sich aber schnell an Krämpfe und Blasen gewöhnt. Bereut hat er es nicht. Sein Fazit: „Für die Seele war es entspannend, für den Körper sicherlich nicht.“ Im Winter will der Schwerter aber die Familie nochmal besuchen, denn dann stehen noch gänzlich andere Arbeiten auf dem Berghof an.

Weitere Informationen zur Bergbauernhilfe finden Sie auf der Homepage der Organisation.

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