Schwerter Turnhallen sind wieder frei, aber...

Flüchtlingsunterkünfte

Auch in Schwerte mussten Flüchtlinge in Turnhallen untergebracht werden. Die Stadt hat mittlerweile alle Hallen wieder freigezogen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte folgt allerdings: Bei manchen Gebäuden ist längst noch nicht klar, wann sie wieder genutzt werden können. Das könnte teilweise teuer werden.

WESTHOFEN

, 04.07.2016, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Beispiel in der Turnhalle an der Wasserstraße hatten rund 90 Menschen den Winter über auf engstem Raum gelebt. Das hat seine Spuren hinterlassen, erzählt Silvano Rosa, Geschäftsführer der TG Westhofen, der die Halle in der vergangenen Woche besichtigt hat. „In den Sanitätsräumen waren die Rinnen alle grün. Zudem waren die Wände im Flur feucht und der Putz bröckelte“, beschreibt er.

Bei der Unterbringung der Flüchtlinge setzte die Stadt vorwiegend auf Turnhallen. Als Haushaltssicherungsgemeinde auf den ersten Blick die günstigste Variante. Doch genau diese Einschätzung könnte jetzt ein teurer Spaß werden, wenn die Schäden größere Sanierungsarbeiten nach sich ziehen.

Stellwände werden abgebaut

Die Stadt wollte sich dazu noch nicht äußern. „Wir werden nun mit dem Rückbau der Stellwände beginnen. Der restliche Zustand muss erst noch intern bewertet werden“, erklärt Stadt-Pressesprecher Carsten Morgenthal. Deshalb könne er auch keine Angaben darüber machen, wie lange die Arbeiten dauern werden.

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Die TG Westhofen wurde bereits über die Rückbaupläne informiert. „Wir haben die Information von der Stadt erhalten, dass auch die Halle an der Wasserstraße wieder freigezogen wird. Informationen, wann das geschieht, haben wir aber noch nicht erhalten“, sagt Dr. Stefan Lindenberg, Vorsitzender der TG Westhofen. Die TG ist der Hauptnutzer der Halle.

Stadt muss Räume bereithalten

Auch an anderer Stelle haben die ersten Rückbauarbeiten begonnen. Die Turnhalle am Stadtpark soll bereits nach den Ferien wieder genutzt werden können. Hier kommt allerdings das Land für die Renovierungskosten auf, weil die Halle als Erstunterkunft im Auftrag des Landes NRW genutzt wurde.

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Die Turnhalle in Villigst sowie die Turnhalle am Derkmannsstück in Ergste will die Stadt aber nicht wieder für Sport freigeben. „Ab Mitte Juli kommen 60 neue Flüchtlinge nach Schwerte. Geplant ist die vordergründige Unterbringung in Wohnungen. Da wir aber nicht garantieren können, dass alle auf diese Art untergebracht werden können, bleiben diese Hallen vorgemerkt“, sagt Stadtsprecher Morgenthal.

Das Warten geht weiter

Das Warten für viele Schulen und Sportvereine geht also weiter. Sollten sich eventuelle Schäden bestätigen, könnte dies zudem Auswirkungen auf den Haushaltsplan haben. Denn Zusatzausgaben darf es nicht geben. Ergo müsste bei Bedarf an anderer Stelle gespart werden.

Da sich die Stadt erst ein Bild von möglichen Schäden machen will, könne man zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts zu eventuellen Änderungen sagen. Sollte sich das Bild des TGW-Geschäftsführer bewahrheiten, scheinen diese unumgänglich.

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