Schwerter Waffenprozess: Zwei Verfahren eingestellt

Einigung auf Geldstrafen

Im Prozess um einen groß angelegten Waffenhandel in Schwerte hat das Hagener Landgericht inzwischen zwei von drei Verfahren eingestellt. Nur der 56-jährige Hauptangeklagte aus Schwerte muss noch mit einer Verurteilung rechnen.

SCHWERTE/HAGEN

07.07.2017, 11:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lang- und Kurzwaffen sowie Munition und Sprengstoff hatte die Zollfahndung bei dem 54-jährigen Mann aus Schwerte sichergestellt.

Lang- und Kurzwaffen sowie Munition und Sprengstoff hatte die Zollfahndung bei dem 54-jährigen Mann aus Schwerte sichergestellt.

Für den „Strohmann“ des Schwerter Hauptangeklagten, der nach der Entziehung der Handelserlaubnis 2013 die Geschäfte zum Schein übernommen hatte, ist der Prozess dagegen beendet. Der Mann zahlt 3000 Euro an die Landeskasse, dann werden die Akten zugeklappt.

Auf das gleiche Vorgehen einigten sich Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht auch im Fall des dritten Angeklagten. Der Sachbearbeiter bei der Kreispolizeibehörde in Unna, der die illegalen Geschäfte des Schwerter Waffenhändlers lange Zeit gedeckt haben soll, muss allerdings 4000 Euro zahlen.

Hauptangeklagter muss mit Verurteilung rechnen

Mit so viel Milde wird der 56-jährige Hauptangeklagte nicht rechnen können. Nachdem er gleich zu Prozessbeginn zugegeben hat, auch nach der Entziehung seiner Waffenhandelserlaubnis weiter Verkäufe getätigt zu haben, ist klar, dass der Mann verurteilt werden wird. Unklar ist nur noch, ob er tatsächlich auch ins Gefängnis muss.

Wie es heißt, könnte sich die Staatsanwaltschaft auch mit einer Bewährungsstrafe anfreunden. Da machen die Richter allerdings noch nicht mit. Sie stören sich vor allem an der einschlägigen Vorstrafe des Angeklagten.

Der Prozess wird deshalb wie geplant in der kommenden Woche fortgesetzt. Bis dahin kann und wird der Schwerter weiter versuchen, Pluspunkte zu sammeln, die die Richter vielleicht doch noch dazu bewegen können, ihm eine Bewährungschance einzuräumen. 

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