Schwerter wollen gegen Hospiz-Ausbau klagen

Vier Beschwerden

1999 wurde das Hospiz in Schwerte eröffnet. Jetzt ist ein Ausbau geplant. Am 22. Februar wird der Rat vermutlich der Änderung des Bebauungsplans zustimmen. Sehr zum Ärger einiger Nachbarn. Die drohen bereits im Vorfeld mit einer Klage.

SCHWERTE

, 03.01.2017, 15:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwerter wollen gegen Hospiz-Ausbau klagen

So soll der Ausbau nach ersten Entwürfen aussehen.

Insgesamt vier Beschwerdeführer listet die Verwaltung auf. Ihre Bedenken sind verhältnismäßig ähnlich. Zu groß, zu viel Verkehr und für ein reines Wohngebiet nicht zulässig sei ein erweitertes Hospiz. Die Stadtverwaltung sieht das anders und urteilt: „Die Bedenken werden nicht geteilt“, so Planungsfachmann Adrian Mork auf Anfrage. Er ist überzeugt, dass der Bebauungsplan rechtssicher sei.

Das zeigten auch Prozesse aus anderen Städten in NRW. Eine Beschwerdeführerin hat allerdings bereits eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, die schon vorab erklärte: Man werde den Bebauungsplan, wenn er denn beschlossen würde, rechtlich überprüfen lassen. Dass es den Beschwerdeführern aber nicht nur um die Größe der Erweiterung, sondern auch um die Art der Einrichtung geht, hatte einer von ihnen im April deutlich gemacht.

Verhandlung über nötigen Ausbau

Damals hatten das Hospiz und die Stadtverwaltung zu einer Versammlung im April, zu der die Nachbarn eingeladen waren, wurden auch andere Argumente ins Feld geführt: „Meine 83-jährige Mutter muss täglich Leichenfolien sehen“, hatte einer der Beschwerdeführer vorgetragen und damit viel Widerspruch auch von anderen Nachbarn herausgefordert.

Der Hospizverein hatte nicht zuletzt auf Drängen der Pflegekassen und des Gesetzgebers den Ausbau ins Auge gefasst. Das Hospiz, das in einem ehemaligen Wohnhaus untergebracht ist, verfügt über keinen Aufzug für Betten. Auch ein zweiter Fluchtweg fehlt. Darüber hinaus möchte man Platz für acht Gäste schaffen. Das würde die Pflege günstiger machen, weil man nur geringfügig das Personal aufstocken müsste.

Derzeit sind elf Teilzeitkräfte im Hospiz im Einsatz. Die Baukosten sind noch nicht ermittelt, alleine Fahrstuhl und Treppenhaus werden allerdings auf 180 000 Euro taxiert.

Der Planungsausschuss behandelt das Thema bereits am 17. Januar. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr.

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