Siebter Sinn? Taxifahrer (61) aus Schwerte ließ Mann mit dem Messer nicht einsteigen

rn33-Jähriger bald vor Gericht

Diesen Mann wollte er nicht ins Taxi steigen lassen - und da konnte sich Martin Fischer (61) aus Schwerte auf sein Gefühl verlassen. Der Mann zückte ein Messer. Und steht jetzt vor Gericht.

Schwerte

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Wie gut, dass Taxifahrer Martin Fischer in dieser Nacht über einen siebten Sinn verfügte. Instinktiv hatte er vor dem Schwerter Bahnhof den Mann nicht einsteigen lassen, der kurze Zeit später mit einem gezückten Messer zurückkam. Geistesgegenwärtig gab Fischer Gas und brauste davon. Eigentlich schon schlimm genug, so eine Bedrohung. Doch was der 61-jährige Schwerter damals, am 28. Oktober 2018, noch nicht ahnen konnte: Der mutmaßliche Täter, den die Polizei kurz darauf noch in Bahnhofsnähe fasste, hat offenbar noch erheblich mehr auf dem Kerbholz. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft in Arnsberg, wo er auf seinen Prozess wartet.

Vorwürfe von Raub bis Körperverletzung

„Er ist häufiger in Erscheinung getreten“, sagt der Pressesprecher der Arnsberger Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Thomas Poggel. Der Vorwurf aus Schwerte, wo es um versuchte Nötigung gehe, sei mit anderen Verfahren verbunden worden - die reichen über die ganze Palette von Raub über Körperverletzung und Diebstahl bis zu Betäubungsmittel-Delikten. Insgesamt würden dem Mann zehn oder elf Taten zur Last gelegt: „Überwiegend keine Schwerkriminalität, aber die Masse macht´s.“ Auf Antrag der Staatsanwaltschaft habe ein Richter Haftbefehl erlassen, was anschließend zur Festnahme des Tatverdächtigen führte. Am 19. März sei Anklage erhoben worden. Wann die Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht Arnsberg konkret beginnt, steht noch nicht fest.

Polizei nahm 33-jährigen Arnsberger fest

Dann - so vermutet Martin Fischer - wird wohl auch er als Zeuge zum Prozess geladen. Er hatte es damals abgelehnt, den Fahrgast ins Sauerland zu bringen, weil er ihm viel zu betrunken schien. Kurz nach der Bedrohung mit dem Messer sprang der Taxifahrer vor der Polizeiwache an der Hagener Straße aus seinem Wagen, um persönlich Strafanzeige zu erstatten. Eine Streifenwagen-Besatzung, die sich umgehend auf die Suche gemacht hatte, entdeckte noch in der Nähe des Bahnhofs einen 33-jährigen Arnsberger. Der Mann habe die Tat auch eingeräumt, berichtete damals der Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna, Thomas Röwekamp. Wegen seiner Stimmungsschwankungen, die teilweise in agressives Verhalten eskalierten, nahmen die Beamten den Mann in Gewahrsam. Er soll alkoholisiert gewesen und möglicherweise auch unter Drogeneinfluss gestanden haben.

Vernommen wurde der Tatverdächtige laut Röwekamp später im Hochsauerlandkreis, wo er bei einem anderen Vorfall erwischt worden sei. Die für Schwerte zuständige Staatsanwaltschaft Hagen - so Behördensprecher Dr. Gerhard Pauli - gab den Fall schließlich am 4. Februar dieses Jahres an die Staatsanwaltschaft Arnsberg ab.

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Passanten müssen auf die Straße ausweichen

So will Dieter Schmikowski das Gehweg-Problem an der Wandhofener Straße bekämpfen