So bewältigte die Kleiderkammer die Spendenflut

Video aus dem Kellerbasar

Mal leere Schränke, mal voll bis unter das Dach – die Meldungen über Kleiderspenden für Flüchtlinge widersprechen sich. Und auch viele Spendewillige in Schwerte bekommen unterschiedliche Auskünfte. Wir erkundigten uns im Kellerbasar der Diakonie, wie das mit den Kleiderspenden in Schwerte funktioniert. Und zeigen im Video die Regale, die derzeit proppenvoll sind.

SCHWERTE

, 02.10.2015 / Lesedauer: 3 min
So bewältigte die Kleiderkammer die Spendenflut

Die Diakonie-Mitarbeiterinnen Ute Seier (links) und Margit Jähnicke haben in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun gehabt. Sie wühlten sich durch säckeweise Altkleider und hatten dabei nicht nur mit ordentlich gefalteter, sauberer Kleidung zu tun.

Der kleine Verkaufsraum im Keller des Anbaus im Haus der Diakonie an der Kötterbachstraße ist jetzt wieder aufgeräumt und gut sortiert. Noch vor wenigen Wochen sah das anders aus. Denn auf den Ansturm der Flüchtlinge war hier wie anderswo in der Stadt niemand vorbereitet.

Drei Mitarbeiterinnen teilen sich eine ganze Stelle in der Kleiderannahme und -ausgabe. Und in normalen Zeiten reicht das völlig aus. Denn eigentlich ist der Kellerbasar die Anlaufstelle für Menschen aus Schwerte, die bedürftig sind. „Unser Karstadt im Keller“, sagt Mitarbeiterin Margit Jähnicke. Immerhin 3900 Kunden zählt man in normalen Jahren, in diesem werden es nahezu doppelt so viele gewesen sein.

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Denn als die Flüchtlinge in Schwerte ankamen, war klar, dass die Diakonie mit ihrem Kellerbasar auch hier einspringt. Doch was dann an Spendenbereitschaft, aber auch an Nachfrage auf die Mitarbeiterinnen zukam, war teilweise nicht zu bewältigen. Auf Spendenaufrufe kamen Wagenladungen mit Altkleidern in der Kötterbachstraße an. Manche Menschen hatten sich extra einen Anhänger geliehen, um Altkleider abzugeben. „Hier unten waren die Säcke teilweise bis zur Decke gestapelt“, erzählt Heike Burghardt. Als Leiterin der Sozialen Dienste ist sie auch für die Kleiderkammer hier im Keller zuständig. Viele Menschen halfen beim Sortieren und Auspacken der Kleidung. „Teilweise haben wir hier etliche Räume im Haus belegt“, so Burghardt.

Höchst unterschiedliche Qualität

Und auch die Qualität der Spenden entpuppte sich als höchst unterschiedlich. Viele Schwerter hatten die Textilien sorgfältig gefaltet und gewaschen. „Manchmal öffnet man aber einen Sack und packt im wahrsten Sinne des Wortes in die Sch...“, berichtet Margit Jähnicke. Klar, dass vorher alles gesichtet und sortiert werden muss. Doch für das Waschen oder gar Reinigen der Sachen fehlen die finanziellen Mittel. Und Lagerräume gibt es auch nicht.

Hinzu kamen die neuen Kunden, die in großen Gruppen aus der Turnhalle am Stadtpark ankamen. Und auch bedient werden mussten. Das ging oft zulasten der Stammkundschaft, für die war der Kellerbasar drei Wochen geschlossen. Mittlerweile hat sich alles wieder ein wenig eingespielt. Die Flüchtlinge bekommen ihre Kleidung mittlerweile in die Turnhalle geliefert, und die Stammkunden können wieder ihr Keller-Karstadt nutzen.

Lob für die "tolle Hilfsbereitschaft"

„Neben dem ganzen Stress sind aber auch viele schöne Momente hängen geblieben“, betont Heike Burghardt. Von der oft tollen Hilfsbereitschaft bis zur den Begegnungen mit den Flüchtlingen. Für Kleiderspenden an die Flüchtlinge suchen derzeit die Johanniter, die ja für die Betreuung der Turnhalle zuständig sind, ein geeignetes Lager. 

 

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