So bildet man eine Rettungsgasse richtig

Neuerungen im Straßenverkehr

Wie bildet man eine Rettungsgasse? Vielen Autofahrern scheint die richtige Regelung ohnehin unbekannt zu sein, nun hat sich auch die gesetzliche Regelung geändert. Wir haben mit Schwerter Experten gesprochen und verraten, wie man schnell die richtige Gasse bildet - und zeigen ein Video mit Anleitung.

SCHWERTE

, 09.01.2017, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
So bildet man eine Rettungsgasse richtig

Ist es auf der Autobahn zu einem Verkehrsunfall gekommen, muss es schnell gehen. Eine richtig gebildete Rettungsgasse kann dabei Leben retten.

Mit dem Bundesgesetzblatt vom 13. Dezember wurde der Paragraf 11 der Straßenverkehrsordnung in Sachen Rettungsgasse neu geregelt: Bei zwei Fahrstreifen wird in der Mitte eine Gasse gebildet, die Autos auf dem linken Streifen fahren an den linken Fahrbahnrand, die auf der rechten Spur an den rechten Fahrbahnrand. Bei drei Spuren wird zwischen der ganz linken und der mittleren Spur eine Rettungsgasse gebildet. Die Autos auf der mittleren Spur fahren ebenfalls so weit wie möglich an den rechten Fahrbahnrand.

Und auch bei einer vierspurigen Straße wird die Rettungsgasse „zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen“ gebildet werden muss. Zuvor wurde die Mitte freigehalten.

Paragraf 11 greift

Paragraf 11 besagt nun zudem, dass Platz für die Gasse gemacht werden muss, sobald „Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden“. Zuvor war festgeschrieben, dass eine Rettungsgasse gebildet werden musste, wenn der Verkehr „zu stocken“ begann.

 

Hinweis: Dieses Video stammt zwar aus Österreich. Mittlerweile ist die Rechtslage in Deutschland allerdings gleich.

Der Schwerter Feuerwehr-Chef Wilhelm Müller begrüßt diesen Schritt: „Wir machen seit Jahren schon Werbung dafür an Autobahnbrücken, aber auch mit Aufklebern auf unseren Fahrzeugen.“ Dennoch kann auch Müller von Negativ-Beispielen berichten. „Wenn die ersten Einsatzkräfte zum Unfallort gelangt sind, machen die Autofahrer die Gasse wieder zu und für nachrückende Kräfte wird es dann problematisch.“

Martin Kolöchter, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schwerte, sieht vor allem noch ein anderes Problem: „Auf gut ausgebauten Autobahnen klappt die Rettungsgasse ganz gut. Aber auf viel befahrenen Straßen innerorts, wird es problematisch. Die Menschen werden hektisch und bringen sich zum Teil selbst in Gefahr.“

Feuerwehr-Chef fordert hoheres Bußgeld

Kann das Nichtbilden einer Rettungsgasse nachgewiesen werden, wird ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro fällig. Wenn man selbst die Gasse benutzt, um sich im Stau einen Vorteil zu verschaffen, werden sogar 100 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Eine Erhöhung des Strafmaßes würde Feuerwehr-Chef Wilhelm Müller begrüßen: „Mit 20 Euro sind die Autofahrer schon gut bedient, aber eine Erhöhung wäre nicht verkehrt.“

Martin Kolöchter vom DRK ist anderer Ansicht: „Ich bin der Meinung, man muss die Leute aufklären und nicht anzeigen. Die Menschen sollen lieber ihr Gehirn einschalten und situationsbedingt und besonnen handeln.“

 

 

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