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So hat sich der Schwerter Friedhof gewandelt

Verwalter im Interview

Vor 25 Jahren hat Frank Schröer die Stelle als Schwerter Friedhofsverwalter bei der Evangelischen Kirche angetreten. Seither ist er im Friedhofsbau Zeuge einer sich wandelnden Beisetzungs- und Friedhofskultur. Im Gespräch blickt der 50-jährige Jubilar zurück – wagt aber auch einen Blick in die Zukunft.

SCHWERTE

, 04.06.2017 / Lesedauer: 2 min
So hat sich der Schwerter Friedhof gewandelt

Friedhofsverwalter Frank Schröer (Gärtnermeister) feiert sein 25 jähriges Dienstjubiläum am evangelischen Friedhof.

Was hat sich auf dem Friedhof verändert im vergangenen Vierteljahrhundert? Eine ganze Menge. Der Wegfall des Sterbegeldes Anfang der 90er-Jahre hat einen großen Wandel eingeläutet. 70 Prozent der rund 240 Beisetzungen im Jahr sind heute Urnenbestattungen. Und davon wiederum wählen Angehörige zu 50 Prozent eine Gemeinschaftsgrabanlage aus. Der Trend zeichnete sich schon früh ab, deshalb haben wir 1995 die erste Gemeinschaftsgrabanlage in Schwerte angelegt.

Was macht diese Variante so beliebt im Gegensatz zur klassischen Gruft? Viele Menschen haben keine nahen Angehörigen oder wollen ihnen nicht zumuten, dass sie sich jahrzehntelang um Gräber kümmern müssen. Oft kommt dann der Wunsch nach einer anonymen Bestattung auf, die es bei uns prinzipiell gar nicht gibt. Die Beisetzung der Urne unter Zierobstbäumen zum Beispiel mit Gravur des Namens in einer Stele ist für die meisten Familien eine dankbar angenommene Alternative. Auch das Kolumbarium (Grabkammern für Urnen, Anm. d. Red.) wird inzwischen gut angenommen.

Kümmern sich viele Menschen schon zu Lebzeiten um ihre eigene Beisetzung? In der Tat, das wird mehr. Vielen Menschen ist es wichtig, das in ihrem Sinne erledigt zu wissen, inklusive der finanziellen Verpflichtungen, die sich daraus ergeben.

Urnengräber brauchen weniger Platz. Was geschieht mit dem freien Raum auf dem Friedhof? Der Friedhof ist insgesamt neun Hektar groß. Wir bemühen uns hier, Überhangflächen umzugestalten und dem Friedhof einen parkähnlichen Charakter zu geben. Ich denke sogar an einen Kinderspielplatz, damit auch Kinder den Friedhof als städtischen Lebensraum entdecken können und er für sie zu einem selbstverständlichen Ort wird.

Was schwebt Ihnen sonst noch für die Zukunft vor? Ich denke an ein Grabfeld, wo Menschen und ihre Haustiere eine gemeinsame letzte Ruhestätte finden können, wo die Urne des geliebten Hundes zum Beispiel bestattet werden kann und zugleich für später ein Platz für die Urne des Menschen reserviert wird. 

Zur Person
Frank Schröer hat nach einem Praktikum 1981 seine Gärtnerausbildung in der Friedhofsgärtnerei Heinz Austmann in Hennen absolviert. Seine Gesellenzeit verbrachte er in der Friedhofsgärtnerei Knostmann. Dort blieb er zunächst auch nach der Meisterprüfung, bis er sich 1992 für die frei werdende Stelle auf dem Evangelischen Friedhof bewarb. Seit 2004 ist er auch Geschäftsführer der kircheneigenen Friedhofsgärtnerei-Gesellschaft mit fünf Mitarbeitern, die 1800 Gräber auf 25 Friedhöfen gärtnerisch in ihrer Obhut hat.

 

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