So heißen die Schwerter Straßen-Zwillinge heute

Nach Eingemeindung 1975

Fünfmal Karl-Gerharts-Straße, fünfmal Bahnhofstraße, viermal Schulweg: Nach der Eingemeindung der Vororte 1975 herrschte in Schwerte Straßen-Chaos. Überall Namens-Zwillinge. In den Folgejahren wurden viele Straßen umbenannt. Hieß Ihre Straße früher auch einmal anders? Schauen sie auf unserer großen interaktiven Karte nach.

SCHWERTE

, 10.02.2015 / Lesedauer: 3 min
So heißen die Schwerter Straßen-Zwillinge heute

Ganze fünf Mal gab es die Karl-Gerharts-Straße vor den Eingemeindungen 1975 auf dem heutigen Schwerter Stadtgebiet. Eine ist geblieben - die anderen wurden umbenannt. Kein Einzelfall. Wie andere Straßen früher hießen? Klicken Sie durch unsere Map.

Lieferung in die Karl-Gerharts-Straße! Aber wo? In Schwerte-Mitte, in Holzen, in Geisecke, in Villigst oder in Westhofen? Vor 40 Jahren eine echte Knobelaufgabe für die Briefträger. Denn nach der Eingemeindung der Vororte zum 1. Januar 1975 stand der Name des sozialdemokratischen NS-Opfers in der Ruhrstadt plötzlich gleich fünfmal auf den Schildern. Und die Zahl der Straßen-Zwillinge war kaum überschaubar. Allein 20 solcher Pärchen überschnitten sich in Schwerte-Mitte und Westhofen.

Klar, dass es dabei nicht bleiben konnte. Um sich einen Überblick zu verschaffen, musste die Stadtverwaltung erst einmal eine Bestandsaufnahme vornehmen. Der Widerstand gegen eine Umbenennung hielt sich in Grenzen. 

So lesen Sie die Karte:

  • Unsere Karte zeigt alle Straßen, die nach der Eingemeindung 1975 am 1. Januar 1977 endgültig einen neuen Namen bekamen. 
  • Wenn Sie auf die Markierungen klicken, öffnet sich ein Informationsfeld, mit dem aktuellen und dem früheren Namen der Straße.
  • Durch Klicken auf die Plus- und Minus-Symbole können Sie zudem in die Karte rein- und raus-zoomen.
  • Klicken Sie auf den Kästchen-Button oben rechts in der Karte, so öffnet sich diese im Großformat.  

 

Eine Maßgabe war beispielsweise, die größte Bahnhofstraße zu erhalten, damit nicht unnötig viele Geschäfte ihre Briefköpfe ändern mussten. In diesem Zusammenhang kurios: Villigst behielt seine Schulstraße, obwohl dort sicherlich nicht das größte Unterrichtsgebäude der neuen Stadt Schwerte stand.

„Wir waren damals bestrebt, Bereiche mit Namen von Blumen oder Dichtern zusammenzubringen, um eine bessere Orientierung zu gewährleisten“, berichtet Schmerbeck. Und verweist auf das Philosophen-Viertel in Holzen-Rosen, das Müsli-Viertel in Wandhofen oder das Musikanten-Viertel in Ergste.

Alte Flurkarten und Ortsteil-Kolorit

Vorschläge kamen von den Ratsmitgliedern aus den einzelnen Ortsteilen, den Ortsheimatpflegern oder den Heimatvereinen. Die kramten oft Bezeichnungen aus alten Flurkarten hervor: Beispielsweise Niederer Mühlenweg (ehemals Kampstraße), der an die uralte fußläufige Verbindung zur Rettelmühle anknüpft. 

Andere Bezeichnungen mit Ortsteil-Kolorit wie Reichshofstraße (zusammengefasst aus der früheren Bahnhof-, Karl-Gerharts- und Unnaer Straße) oder Alte Freiheit (ehemals Markstraße) halfen mit, die eigene Identität auch in der neuen Stadt zu erhalten. Leicht machte man sich die große Umbenennung nicht. Erst zum 1. Januar 1977 wurde sie endgültig vollzogen. 

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