So ist die Leiterin der Friedrich-Kayser-Schule

Sabine Jost stellt sich vor

Die Friedrich-Kayser-Schule hat eine neue Leiterin: Sabine Jost, seit 2012 schon Konrektorin der Grundschule in der Stadtmitte, ist seit dem 20. April 2015 offiziell Nachfolgerin der langjährigen Schulleiterin Renate Goeke. Redakteurin Petra Berkenbusch hat mit der 44-Jährigen gesprochen. Im Video stellt sie sich vor.

SCHWERTE

, 08.05.2015 / Lesedauer: 4 min
So ist die Leiterin der Friedrich-Kayser-Schule

Sabine Jost, neue leiterin der Friedrich-Kayser-Schule, FKS

Sie wohnen in Dortmund, haben in Wuppertal gearbeitet? Kannten Sie Schwerte? Sabine Jost: Ich bin in Dortmund-Holzen und später in Schwerte-Holzen aufgewachsen und habe, wie meine beiden Kinder später auch, in Schwerte das Gymnasium besucht und hier auch mein Abitur gemacht. Dann habe ich in Dortmund studiert und mein Referendariat absolviert. Ich wohne mit meiner Familie seit einiger Zeit auf dem Höchsten, also nicht weit weg von Schwerte.

Kannten Sie die Friedrich-Kayser-Schule, bevor Sie sich für die Leitungsstelle beworben haben? Ich war ja schon seit 2011 an der Schule und wusste natürlich, dass Renate Goeke in Ruhestand gehen würde. Ich wusste auch, dass hier ein starkes Team wunderbar funktioniert und meinen Weg mit mir gehen will.

Wo geht dieser Weg hin? 209 Kinder besuchen derzeit unsere Schule, und sie sollen hier nicht nur einen Lernort, sondern ein Lebensumfeld finden, das ihnen Geborgenheit gibt und sie beim gemeinsamen Lernen individuell zu fördern versteht. Das gilt für die Inklusionskinder im gleichen Maße wie für alle anderen.

Und welche Rolle spielen in diesem Konzept die Eltern? Wir wollen mit den Eltern so eng wie möglich zusammenarbeiten. Es ist wichtig, ihren Blick zu schärfen für die Stärken und auch die Schwächen ihres Kindes. Manchmal müssen wir den Eltern auch helfen zu akzeptieren, dass die schulischen Leistungen ihres Kindes nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Gemeinsam suchen wir dann nach der passenden Förderung. Ob ein Kind letztlich eine Empfehlung zum Gymnasium bekommt, entscheidet sich ja noch nicht zu Beginn – auch wenn Eltern diese Frage in der Regel sehr früh in den Blick nehmen.

Wie kann eine solche Förderung aussehen? Wir haben es oft mit sehr jungen Erstklässlern zu tun, die noch ein bisschen besondere Unterstützung brauchen, zum Beispiel in den Grundkompetenzen Wahrnehmung oder Feinmotorik. Das übernimmt oft unsere Sozialpädagogin, die mit einer vollen Stelle an der Friedrich-Kayser-Schule beschäftigt ist.

In der ersten und zweiten Klasse gibt es zudem Basis-Förderstunden, in denen Kinder nach dem Unterricht in kleinen Gruppen beim Lernen unterstützt werden. Die sogenannte Schuleingangsphase, die die Klassen 1 und 2 umfasst, kann bei Bedarf auf drei Jahre erweitert werden. Nötigenfalls kann man die Grundschulzeit eines Kindes somit auf fünf Jahre verlängern, in denen die Jungen und Mädchen ihr Lerntempo nach und nach anpassen können. Aber auch die besondere Förderung leistungsstarker Kinder bildet einen Schwerpunkt unseres Förderkonzeptes.

Was tun Sie für Kinder, die die deutsche Sprache nicht beherrschen? Zum einen haben wir im Kollegium, das aus 16 Frauen und zwei Männern besteht, zwei Sonderpädagoginnen und einen Lehrer für herkunftssprachlichen Unterricht. Außerdem haben immer mehr Lehrkräfte eine zertifizierte Ausbildung im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“.

Wir sind Go-In-Schule, nehmen also wie alle Grundschulen Flüchtlingskinder auf. Die bekommen individuelle Sprachförderung, werden also täglich stundenweise aus dem Regelunterricht herausgenommen, um Deutsch zu lernen. Die meisten Flüchtlingskinder bleiben im offenen Ganztag, sodass sie viel Kontakt mit Deutsch sprechenden Gleichaltrigen haben. Die meisten kommen nach drei Monaten in Alltagssituationen schon ganz gut zurecht und können dann schon bald ihren Eltern helfen, bei denen das Deutschlernen erfahrungsgemäß etwas länger dauert.

Kann man die Eltern mit Migrationshintergrund ins schulische Geschehen einbinden? Uns gelingt das sehr gut mit dem Rucksackprojekt, das es an keiner anderen Schwerter Schule in dieser Form gibt. Wir laden die Eltern der türkischsprachigen Kinder zwei Schulstunden pro Woche zu uns ein. Die Mütterbegleiterin Hala Türk und zwei Lehrkräfte erarbeiten mit den Müttern die Inhalte, die die Kinder gerade im Unterricht durchnehmen.

Kleine Geschwisterkinder werden derweil in einem anderen Raum betreut. Es gibt Überlegungen, auch die Elternarbeit für die Go-In-Kinder in ähnlicher Weise zu etablieren.

Falls die Albert-Schweitzer-Grundschule nach dem Auslaufen der Realschule von der Wittekindstraße zum Stadtpark zieht, was bedeutet das für die Friedrich-Kayser-Schule? Nach dem jetzigen Stand des Schulentwicklungsplans bleiben beiden Schulen völlig eigenständig und die Friedrich-Kayser-Schule wird am derzeitigen Standort bleiben. Wegen der räumlichen Nähe würde sich so das Grundschulzentrum Mitte im Herzen von Schwerte aus der Albert-Schweitzer- Grundschule und der Friedrich-Kayser-Schule bilden.

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