So könnte die Rohrmeisterei erreichbarer werden

Entwurfsübersicht

Die Rohrmeisterei Schwerte ist ein Kulturzentrum und soll endlich besser an die Altstadt angebunden werden. Eine Schwebebahn wird es dazu wohl nicht geben - doch in der Rohrmeisterei lagen sechs alternative Vorschläge aus. Inzwischen sind nur noch drei der sechs Ideen der Planungsbüros im Rennen. Wir zeigen Sie Ihnen alle.

SCHWERTE

, 23.09.2016, 05:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Drei Pläne für den Anschluss der Rohrmeisterei an die Altstadt sind im etwas komplizierten Verfahren des Architektenwettbewerbs übrig geblieben. Das erklärte Rohrmeisterei-Chef Tobias Bäcker am Donnerstag. Wir stellen die drei Projekte vor und sagen, wie es weiter geht.

Vorschlag 1: Die Planergruppe Oberhausen setzt auf eine Rampe 

Die Wuckenhoframpe und den Theaterstieg hat die Planergruppe Oberhauses aufs Papier gezaubert. Die Rampe (Foto) beginnt hinter dem Gebäude des Kulturbüros und führt mit einer Verschwenkung entlang der Mauer an der alten Gänsewiese. So bleibt das historische Mauerwerk erhalten. Die Gänsewiese, die der evangelischen Kirche gehört, würde nur wenig belastet. Der von den Planern Theaterstieg getaufte Weg, wäre dann die Verbindung, die von der Theaterhalle verläuft. Der Weg endet am Parkplatz der Rohrmeisterei. Durch die Rampe hat dieser Weg insgesamt nur ein Gefälle von 3,5 Prozent. Er führt aber direkt über den Parkplatz der Rohrmeisterei und würde so zumindest einige Stellplätze kosten.

Vorschlag 2: Das wpd-Büro will zwei Wege schaffen

Zwei Wege (Bild: rot markiert) führen nach den Plänen des Büros wpd über das ehemalige Gelände des Ruhrverbandes. Die Gänsewiese bleibt bei ihren Plänen außen vor. Allerdings ist die Rohrmeisterei nur über den Spielplatz barrierefrei zu erreichen. Als Glanzlicht haben die Planer einen ihrer beiden Wege direkt zum Mühlenstrang hinunter geführt. Dort sollen dann Trittsteine angelegt werden, die denen am Reiche des Wassers ähneln sollen. Wie viele der Planer hat auch dieses Büro ein kleines Freilichttheater vor der Theaterhalle eingezeichnet. „Das werden wir auf keinen Fall umsetzen“, kündigt Rohrmeistereivorstand Tobias Bäcker an. Denn man wolle die Anwohner nicht zusätzlichem Lärm aussetzen.

Vorschlag 3: Das Büro Urbangestalt möchte eine Terasse anlegen

Eine Art Terrasse anstelle der Rampe will das Büro Urbangestalt anlegen. Die Planer haben deshalb eine Mauer (Foto), direkt vor der historischen Mauer an der Gänsewiese eingeplant. So könnte man auch die sanierungsbedürftige alte Mauer stützen. Auf der dadurch entstehenden Terrasse würde der Weg angelegt, der dann die drei Meter zwischen dem Wuckenhof und der Gänsewiese mit sanfter Steigung überbrückt. Eine weitere Rampe über die Wiese des Ruhrverbandes endet bei dieser Planung nicht auf, sondern vor dem Parkplatz der Rohrmeisterei und ließe so die bestehenden Stellplätze unangetastet. Die Wegeverbindung auf dem Plan erinnere an einen Blitz, erklären die Planer in ihrer Erklärung. Die Freilichtbühne haben auch sie eingezeichnet.

Wie geht es nun weiter?

Die drei verbliebenen Entwürfe werden jetzt von den Planungsbüros noch einmal überarbeitet. Denn Freilichttheater und ähnliche Attraktionen will die Jury nicht haben. „Uns ist wichtig, dass keine neuen Lärmquellen, zum Beispiel in Form von Veranstaltungsflächen, geschaffen werden“, betont Bäcker. Im November sollen dann die Feinplanungen vorgestellt werden, bevor der Planungsausschuss über die Realisierung entscheidet. Das Projekt könne bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden, schätzt Stadtplaner Adrian Mork. 

Was wird das kosten?

Der Plan, die Rohrmeisterei an die Stadt anzubinden, hat auch handfeste Gründe. Mit einem attraktiven Fußweg vom Marktplatz und seiner Tiefgarage zur Rohrmeisterei hoffen Stadt und Bürgerstiftung, die Parkplatzsituation vor der alten Pumpstation zu verbessern. 1,2 Millionen Euro Fördermittel hat das Land in Aussicht gestellt. Allerdings muss die Stadt auch 20 Prozent der Baukosten tragen. 

Diese drei Entwürfe haben es nicht in die Endrunde geschafft:

Das Planungsbüro FSWLA will Serpentinen über die Gänsewiese

Serpentinen (Bildmitte), die über die Gänsewiese langsam ins Tal führen, schlägt das Planungsbüro FSWLA vor. Dazu ist eine Anschüttung notwendig. Der Weg soll an den Biegungen jeweils mit Bänken ausgestattet werden, sodass sich ein kleiner Spazierpfad vom Kulturbüro zur Rohrmeisterei ergibt. Für den Weg über das ehemalige Gelände des Ruhrverbandes, neben der Theaterhalle des Theaters am Fluss, wollen die Planer eine Streuobstwiese anlegen, so dass man in einer bäuerlichen Kulturlandschaft von der Altstadt zum Fluss spazieren kann. Der Weg endet am Parkplatz der Rohrmeisterei und beginnt vor dem Wuckenhof. Dort, wo der neue Weg den Südwall kreuzt, soll ein kleiner Platz entstehen.

Die Gruppe Freiraumplanung plant ebenfalls eine Rampe

Auch die Gruppe Freiraumplanung setzt auf eine Rampe, die hinter dem Gebäude des Wuckenhofs ansetzt und über die Gänsewiese führt. Allerdings haben die Planer der Gruppe Freiraumplanung aus Langenhagen nahezu den direkten Weg zur Rohrmeisterei gewählt. Ihr Weg (Foto: grau markiert) startet hinter dem Wuckenhof, führt entlang der Mauer der Gänsewiese und schwenkt zur Theaterhalle. Hier haben die Planer auch ein Freilufttheater eingezeichnet. Allerdings hatten viele der Büros auch das Festival Welttheater der Straße besucht, um zu ermitteln, welche Wegeverbindungen die Leute natürlicherweise zwischen den Spielorten Wuckenhof und Rohrmeisterei nutzen.

Das Planungsbüro dtp schlägt Rampe und gewisse Extras vor

Auch das Planungsbüro dtp aus Essen setzt auf eine Rampe (Foto). Anders als die Kollegen startet die aber direkt an der bestehenden Treppe hinter der Musikschule. Dafür müsste die historische Mauer an der Gänsewiese zumindest auf Breite der Rampe geöffnet werden. Dieser Wurf beinhaltet auch einen Weg über den Parkplatz der Rohrmeisterei der mit markantem farbigen Pflaster gekennzeichnet werden soll. Ansonsten haben die Planer auch noch eine Dirtbike-Strecke auf dem ehemaligen Gelände des Ruhrverbandes, seitlich der Theaterhalle eingezeichnet und eine Veranstaltungswiese mit eingeplant. Die soll ebenfalls auf dem Ruhrverbandsgelände, dass die Stadt bereits vor Jahren für die Anbindung der Rohrmeisterei gekauft hatte, angelegt werden.

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