So soll die Bahnhofstraße umgebaut werden

Pläne im Überblick

Fußgänger, Autofahrer, Radler, Busse, Lieferanten, Geschäftsleute, Anwohner, Hausbesitzer - die Bahnhofstraße ist eigentlich zu kurz, um alle Interessen unter einen Hut bringen zu können. Dennoch sind die Stadtplaner zuversichtlich, mit dem geplanten Umbau einen gelungenen Kompromiss zu schaffen. Wir sagen, was sich ändern soll.

SCHWERTE

, 01.09.2016 / Lesedauer: 2 min
So soll die Bahnhofstraße umgebaut werden

Zusätzlich zu den Fußgängerampeln am Postplatz (Bild) und an der Bahnhofskreuzung sollen vier Querungshilfen das Wechseln der Straßenseite erleichtern. Die Entschleunigung des Verkehrs soll ein weiterer Nebeneffekt sein. Auf Vorschlag der Werbegemeinschaft wird noch geprüft, ob der Verzicht auf eine Querungshilfe zwei Parkplätze "retten" kann.

Dass der Umbau als Kompromiss gelingen kann, deutete sich am Mittwochabend bei einer Bürgerinformationsveranstaltung an, die weit über 50 Interessierte in den Bürgersaal des Rathauses zog. Schon 2017 soll es zwischen Bahnhof und Postplatz zu tiefgreifenden Veränderungen kommen. 

Das sind die von den Stadtplanern um Adrian Mork geplanten Umbaumaßnahmen:

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So soll die Bahnhofsstraße umgebaut werden

Eine Kompromisslösung für Alle, das soll die Schwerter Bahnhofstraße nach dem Umbau sein. Wir stellen die wichtigsten Punkte, an denen Änderungen geplant sind, in einer Fotostrecke vor.
01.09.2016
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Wenn alles so klappt, wie die Planer es sich vorstellen, wollen sie das Abbiegen aus der Poststraße in die Bahnhofstraße nach dem Umbau in beide Richtungen erlauben.© Foto: Petra Berkenbusch
Zusätzlich zu den Fußgängerampeln am Postplatz (Bild) und an der Bahnhofskreuzung sollen vier Querungshilfen das Wechseln der Straßenseite erleichtern. Die Entschleunigung des Verkehrs soll ein weiterer Nebeneffekt sein. Auf Vorschlag der Werbegemeinschaft wird noch geprüft, ob der Verzicht auf eine Querungshilfe zwei Parkplätze "retten" kann.© Foto: Petra Berkenbusch
Der Stadtgarten soll optisch näher an die Straße heranrücken. Zum einen durch den Wegfall der Parkplätze in diesem Bereich, die durch die Haltestelle ersetzt werden sollen, zum anderen durch leichte Eingriffe in den Baum- und Busch-Bestand. Es soll heller werden im Park. Und bei der Stadt hofft man, dass die "Szene" zurück Richtung Rathaus zieht, wenn dort erst der Obdachlosenkeller wieder eröffnet wird. Sogar eine gastronomische Nutzung erscheint möglich, verrieten die Planer.© Foto: Petra Berkenbusch
Die Autos vor dem Stadtpark kommen weg. Parkplätze soll es nach dem Umbau nur noch in Längsrichtung geben, und zwar auf beiden Straßenseiten. Wo jetzt schräg geparkt wird, werden später die Busse halten. Drei hintereinander finden dort Platz. Das Einsteigen ist stufenlos möglich.© Foto: Petra Berkenbusch
Den oberen Eingangsbereich würde sich die Werbegemeinschaft einladender wünschen. Ihr Vorschlag: Verzicht auf die Linksabbiegerspur und geschickte Umleitung des Verkehrs über die Hastingsallee, indem das Abbiegen dort deutlich erleichtert wird.© Foto: Petra Berkenbusch
Wenn an der Hastingsallee eine Ampelkreuzung das Linksabbiegen in die Karl-Gerharts-Straße ordnen würde, glaubt die Werbegemeinschaft, würden weniger Autofahrer über die Bahnhofstraße stadtauswärts fahren. Dort könnte man dann zugunsten der Gehwegbreite auf die zweite Spur zum Linksabbiegen in die Beckestraße verzichten. Die Stadtplaner wollen über diesen Vorschlag nachdenken.© Foto: Petra Berkenbusch
Am oberen Beginn der Bahnhofstraße braucht die Linksabbiegerspur Platz, der den Gehwegen dort fehlt. Im späteren Verlauf der Straße werden sie breiter, denn dort werden der Straße zwei Meter abgerungen, die den Gehwegen zugute kommen sollen.© Foto: Petra Berkenbusch
Viele dezentrale Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sollen künftig störendes "Wildparken" verhindern.© Foto: Petra Berkenbusch
Das unerlaubte Radfahren auf dem Gehweg soll künftig durch das Tempolimit auf der Straße eingedämmt werden. Tempo 20 gilt als Geschwindigkeit, mit dem auch Räder gut über die Straße rollen.© Foto: Petra Berkenbusch
Schlagworte Schwerte

  • Die Fahrbahn wird um zwei Meter auf 6,5 Meter Breite reduziert.
  • Die Gehwege werden breiter.
  • Der Verkehr soll weiterhin in beide Richtungen fließen.
  • In dieser sogenannten "verkehrsberuhigten Geschäftsstraße" soll Tempo 20 gelten.
  • Die Bushaltestelle wird von der Sparkasse zum Stadtpark verlegt.
  • Die Straße soll an mehreren Stellen barrierefrei zu überqueren sein. 
  • Geparkt wird nur noch in Längsrichtung. Aber auf beiden Straßenseiten. Dadurch gibt es drei Einstellplätze weniger. 
  • Der Stadtpark soll besser integriert werden. 

Geschäftsleute sorgen sich um Erreichbarkeit

Die Bürger hatten zu den Plänen eine Menge Fragen, aber auch viele Vorschläge. Vor allem die Geschäftsleute sorgen sich um die Erreichbarkeit ihrer Läden für die motorisierten Kunden. Sie befürchten, dass die Entschleunigung der Straße durch Tempolimit, Querungshilfen und Busverkehr, gepaart mit Parkplatznot, ihre Existenz bedroht. 

Adrian Mork verwies auf den Zuwachs an Parkplätzen an der Margot-Röttger-Rath-Straße und erklärte: „Durchgangsverkehr bringt dem Handel gar nichts. Wir müssen einen Kompromiss finden für alle Akteure in dieser wichtigen Verkehrsachse.“ „Die Bahnhofstraße ist der Nerv dieser Stadt“, appellierte ein Bürger, „da dürfen wir jetzt keinen Fehler machen.“

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