So viele Unfälle gab es 2015 in Schwerte

Unfallstatistik der Polizei

Alkohol, Handynutzung, Unaufmerksamkeit. Die Ursachen für Unfälle können vielseitig sein. Laut der Unfallstatistik der Kreispolizeibehörde stiegen die Unfälle im Kreisgebiet im vergangenen Jahr wieder an. Landrat Michael Makiolla führt die unerfreulichen Zahlen zum Teil auf verminderte Kontrollen zurück.

SCHWERTE

, 15.02.2016, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
So viele Unfälle gab es 2015 in Schwerte

Ein Verkehrsunfall in Schwerte aus dem vergangenen Jahr, bei dem ein PKW und ein Radfahrer beteiligt waren.

„Die Zahlen sind leider nicht erfreulich“, sagte Landrat Makiolla. Um 13 Prozent von 7.832 auf 8.845 stiegen die Unfallzahlen im Kreis insgesamt an. Auch die Zahlen der Unfälle mit Verunglückten, Verletzten und Schwerverletzten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr. Lediglich die Anzahl der Verkehrstoten fiel von 11 auf 5. „Bei so geringen Zahlen gibt es aber immer Schwankungen. Das ist zum größten Teil Zufall“, sagte der Landrat.

 

In Schwerte sah die Situation 2015 ein wenig anders aus. Die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle nahm in der Ruhrstadt um neun Prozent ab (1417 auf 1294 Unfälle). Dabei verringerte sich die Zahl der Unfälle mit Sachschäden, während die Unfälle mit Personenschäden um vier Prozent anstiegen (von 146 auf 152 Fälle). Verkehrstote blieben in Schwerte zum Glück ganz aus.

Verminderte Verkehrsüberwachung

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die verminderte Verkehrsüberwachung einen Teil zur hohen Unfallzahl beiträgt“, sagte Makiolla. Ein Großteil der Bereitschaftspolizei fehle aufgrund der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen im Kreisgebiet. Auch die Flüchtlingsproblematik würde, so der leitende Polizeidirektor vom Kreis Unna Hans-Dieter Volkmann, weiteres Personal beschäftigen.

Einen Grund zur Vorsicht gab es auch für alle Radler im Kreisgebiet: Rund die Hälfte der an Unfällen beteiligten Radfahrer verursachten den Unfall mit, sei es durch Fehler beim Einbiegen, Abbiegen oder des Befahrens der falschen Fahrbahnseite – sogenannte Geisterradler. „Meist werden Verkehrsregeln nicht beachtet. Zu 85 Prozent werden Radfahrer, die in einen Unfall verwickelt sind, verletzt“, sagte Michaela Helm, Direktionsleitung Verkehr der Kreispolizeibehörde.

Dabei brachten sich in den meisten Fällen nicht Freizeitradler in Gefahr, sondern Radfahrer, die im Berufsverkehr unterwegs waren. In der Fahrradstadt Schwerte sank die Zahl der verunglückten Radfahrer von 41 auf 36 Personen.

Als „Handymanie“ bezeichnete Michaela Helm eine weitere Ursache für Unfälle. „Es gab vermehrt Auffahrunfälle, die durch Handynutzung ausgelöst wurden“, teilte sie mit. Fahren, während man eine SMS schreibt, wäre etwa mit dem Einfluss von 1,1 Promille Alkohol zu vergleichen. Deswegen will der Kreis mit entsprechenden Kampagnen entgegenwirken, die die Gefahren der Handynutzung aufzeigen sollen.

 

Weitere Unfallstatistiken aus dem Kreis Unna:

Lesen Sie jetzt