So war der Vorlesetag in Schwerte am Freitag

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Lesen, Geschichten erfahren, in andere Welten eintauchen, vorlesen und zuhören: Abseits von Trubel im Klassenraum und Hektik der Einkaufsstraße widmete sich Schwerte am Freitag vielerorts dem geschriebenen Wort - am Vorlesetag. Wir haben uns unter die Vorleser und Zuhörer gemischt.

SCHWERTE

, 19.11.2016, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
So war der Vorlesetag in Schwerte am Freitag

Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.

Wer sich Freitag in der Fußgängerzone etwas Zeit nahm und nicht wie sonst üblich die Hüsingstraße entlangeilte, wurde reich belohnt. Nicht mit einem Schnäppchen oder einem Gewinn, sondern mit einem die Seele wärmenden Geschenk. Im Ohrensessel unterm Zelt verwöhnten ehrenamtliche Vorleser die Schwerter den ganzen Tag über mit Balsam für das Herz und die Ohren.

Das Vorlesezelt war nur eine von zahlreichen Aktionen in Schwerte zum Weltvorlesetag, die Judith Bäcker vom Jugendamt als Koordinatorin zusammengestellt hatte. Den Auftakt im Zelt hatte am Vormittag der Literaturkurs der elften Stufe des Ruhrtal-Gymnasiums gemacht. Die Schüler lasen und inszenierten die Geschichte „Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete“ von Constanze Spengler. Sie hatten die Vorbereitung eines Oscar-Wilde-Stückes für vier Wochen unterbrochen, um sich hierauf vorzubereiten.

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Der Vorlesetag in Schwerte

Wer sich Freitag in der Fußgängerzone etwas Zeit nahm und nicht wie sonst üblich die Hüsingstraße entlangeilte, wurde reich belohnt. Nicht mit einem Schnäppchen oder einem Gewinn, sondern mit einem die Seele wärmenden Geschenk. Im Ohrensessel unterm Zelt verwöhnten ehrenamtliche Vorleser die Schwerter den ganzen Tag über mit Balsam für das Herz und die Ohren. Doch nicht nur in der Fußgängerzone wurde gelesen - am Vorlesetag galt an vielen Schwerter Orten alle Aufmerksamkeit dem Lesen, Vorlesen und Zuhören.
18.11.2016
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Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
Eindrücke vom Vorlesetag 2016 in Schwerte.© Foto: Bernd Paulitschke
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Anschließend lasen Johanna Eickhoff und Hanna Störmer vom Verein Leuchturm aus zwei Büchern vor, die sie auch für die Trauerbewältigung bei Kindern einsetzen. „Fiete Anders“ und „Über den großen Fluss“. „Geschichten sind immer auch Mutmacher“, weiß Joanna Eickhoff aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Samira Schumacher hatte spontan mit zwei Freunden in einem der zehn Gartenstühle Platz genommen und sich in die bereit liegenden Fleece-Decken gekuschelt, um zuzuhören. „Ich finde es ganz süß, wie das schwierige Thema für Kinder aufbereitet wird“, sagt die 14-Jährige, die sich beim Zuhören auch in ihre Kindheit zurückversetzt fühlte. Gerade über Mittag nahmen leider nur wenige Passanten das Angebot aus dem Ohrensessel wahr.

Auch der Bürgermeister las vor

Als am frühen Nachmittag dann Bürgermeister Heinrich Böckelühr im Ohrensessel Platz nahm, waren die Stühle schnell besetzt und nach und nach blieben immer mehr Menschen stehen. Doch zunächst lag einem Neunjährigen aus dem Publikum ein Anliegen auf der Seele. „Ich wohne in der Röntgenstraße, da geht das Licht immer an und aus“, vermeldete Arda. Der Bürgermeister versprach, sich am Montag darum zu kümmern. Dann verriet er noch, dass er als Kind selbst Indianer und Cowboys geliebt und Karl-May gelesen habe, mummelte sich in die warme Decke und begann zu lesen. Drei Kapitel aus dem Kinderbuch „Der Tag, an dem ich cool wurde“.

Am Nachmittag lasen die WDR-Moderatorin Eva Assmann aus „Die Weihnachtsgans Hermine“, Bernd Kirchbrücher aus „Seeräubermoses“ und die städtische Klimaschutzbeauftragte Anja Böckenbrink aus „Alarm im Polarmeer“. Die Autorin Dr. Susanne Schmidt stellte im Wellenbrecher-Café ihr Buch „Merjem“ vor. Darin erzählt sie die Geschichte eines Mädchens, die mit ihren Eltern nach Albanien abgeschoben werden soll.

Linienbus als Leseecke

Auf dem Werner-Steinem-Platz gab es einen Kindertrödel, bei dem ein Linienbus als Leseecke zum Schmökern bereit stand. Natürlich beteiligten sich auch die beiden Buchhandlungen am Vorlesetag. Kindergartenkinder besuchten Bücher Bachmann schon am Morgen. Und nachmittags konnten Kinder in der Ruhrtalbuchhandlung mit der Malschule „Kunst mal anders“ Lesezeichen basteln.

In der Stadtbücherei gab es nachmittags dann auch noch etwas für Augen und Ohren. Auch wenn sich das Publikum eher rar machte, gab sich Organisatorin Judith Bäcker gut gelaunt: „Ich will nicht enttäuscht sein. Das muss sich erst mal rumsprechen bei den Bürgern - das war damals bei der Nachtfrequenz zu Anfang ähnlich.“

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