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So wirkte sich der warme März auf Schwerte aus

Kaum Regen

Der März 2017 hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Er war so warm wie nie – vor allem in Nordrhein-Westfalen. Wir haben nachgefragt, wie sich die Rekordwerte auf die Pflanzen- und Tierwelt, den Tourismus und die Unternehmen in Schwerte auswirken.

SCHWERTE

, 04.04.2017 / Lesedauer: 3 min
So wirkte sich der warme März auf Schwerte aus

Christian Pötschke vom Gartencenter Pötschke sagt, dass die Kunden den warmen März zum Gärtnern genutzt haben. Die Frühlingsblüher seien in diesem Jahr bereits früh durch gewesen, nun stünden schon die Sommerblumen an. Auf dem Foto ist Pötschke mit Stiefmütterchen zu sehen, die im Sommer in vielen Gärten zu finden sein werden.

8,3 Grad Celsius betrug im März die durchschnittliche Temperatur in NRW, normal seien 4,5 Grad, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Damit sei NRW im März das wärmste Bundesland gewesen und auch für die Region selbst „war es der wärmste März seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen“.

Für Schwerte und Umgebung gibt es keine genauen Aufzeichnungen, die Wetterstation in Neheim bei Arnsberg, wo die Temperaturen mit denen in der Ruhrstadt vergleichbar sind, zeigte den 31. März mit 23,2 Grad als wärmsten Tag an, so Gerhard Lux, DWD-Pressesprecher. An einen solchen Wert kamen die Temperaturen des Vorjahres nicht ran: bei 14,9 Grad war Schluss am 26. März 2016.

Entwicklung für Pflanzen nicht dramatisch

„Die Pflanzenbestände sind weiter entwickelt als üblich. Das ist aber nicht weiter dramatisch“, sagt Bernd Schulte vom landwirtschaftlichen Ortsverband Schwerte. Möglicher Frost mache ihm kaum Sorgen, denn beim Getreide seien Frostschäden nicht sehr wahrscheinlich; der Raps sei da ein wenig empfindlicher.

Den ungewöhnlich hohen Temperaturen folgt eine zweite Diagnose: „Es gab wenig Regen“, darin sind sich Stadtförster Christoph Jendrusch und Landwirt Schulte einig. Der Boden ist deutlich trockener als sonst, denn im Winter haben sich keine Wasserreserven aufbauen können. Daran änderte auch der März nichts. Nach Angaben des DWD kamen in NRW durchschnittlich nur 60  l/m² Regen runter statt der sonst üblichen 71  l/m².

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Dafür schien die Sonne mit etwa 150 Stunden deutlich mehr als sonst um diese Jahreszeit (etwa 103 Stunden). Bleibt es warm und trocken, wird es eng für die Feldpflanzen und die von Jendrusch frisch gepflanzten 1700 Eichen am Ebberg, die sonst nicht genügend Wasser bekommen.

Gutes Wetter förderte auch den Tourismus

Die vielen Sonnenstunden nutzten die Schwerter und auch Radfahrer aus der Region reichlich aus, sagt Ayse Yilmaz vom Lo Canta am Markt. „Wenn das Wetter schön ist, sind unsere 14 Tische draußen gut besucht.“ Das hat auch der Tourismusbeauftragte der Stadt, Uwe Fuhrmann, bemerkt: Das gute Wetter wirke wie ein Magnet auf die Radfahrer, die sich über den wieder komplett befahrbaren Ruhrtal Radweg freuen.

Am Gartencenter Pötschke sind die Sonnentage ebenfalls nicht unbemerkt vorbeigezogen: Die Frühlingsblüher seien durch, Sommerblumen würden jetzt schon verkauft und auch der Bedarf an Rasendünger sei größer als sonst, sagt Christian Pötschke, Assistent der Geschäftsführung.

Bald neue Vogelarten in der Region?

Und die Tiere? „Wir rechnen damit, dass viele Vogelarten früher anfangen zu brüten als sonst. Im vorigen Jahr war es im Frühjahr eher kalt, da haben wir gesehen, dass die Greifvögel eher zögerlich mit dem Brüten angefangen haben“, sagt Dieter Ackermann von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (AGON). Ob die Vögel tatsächlich früher begonnen haben, lasse sich jedoch jetzt noch nicht feststellen, eine Inspektion der Brutstellen müsse bis Ende April warten – sonst störe man die Tiere zu sehr, erklärt Ackermann.

Wegen des Klimawandels rechnet die AGON damit, dass sich in NRW künftig neue Vogelarten niederlassen, die sonst nur in wärmeren Gefilden heimisch sind. So beispielsweise der Bienenfresser, der dem Eisvogel ähnelt und es eher warm mag. Andere Arten könnten dafür nach Skandinavien abwandern, wie der Basstölpel, der eher im kühlen Norden zu finden ist. 

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