Sölder Straße in Lichtendorf bleibt länger gesperrt

Probleme mit dem Untergrund

Das ist keine gute Nachricht für die Autofahrer in Lichtendorf: Die Sölder Straße bleibt über das Ferienende hinaus gesperrt. „Bis zum 11. September werden wir noch brauchen“, sagte am Bauüberwacher Carsten Freitag nach einem Krisengespräch. Danach soll der Verkehr zumindest wieder einspurig fließen. Das allerdings ziemlich lange.

LICHTENDORF

, 17.08.2017, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um rund 70 Zentimeter tiefergelegt wird die Sölder Straße unter der Autobahnbrücke der A1. Der Regensommer und mangelnde Tragfähigkeit des Untergrunds verzögern die Arbeiten. Statt wie ursprünglich geplant zum Ferienende, wird die Vollsperrung erst am 11. September wieder aufgehoben.

Um rund 70 Zentimeter tiefergelegt wird die Sölder Straße unter der Autobahnbrücke der A1. Der Regensommer und mangelnde Tragfähigkeit des Untergrunds verzögern die Arbeiten. Statt wie ursprünglich geplant zum Ferienende, wird die Vollsperrung erst am 11. September wieder aufgehoben.

Rund zwei Jahre werden die Nerven der Autofahrer an der Stelle strapaziert. Geregelt wird der Verkehr während der Zeit von einer Behelfsampel. Glücklicherweise, so Carsten Freitag, habe sich die größte Befürchtung nicht bewahrheitet, dass die längere Sperrzeit auch den Schulbusverkehr treffe. Doch der sei schon seit dem 17. Juni für die Dauer von zwei Jahren auf eine andere Route umgelegt worden: „Das ist sauber geregelt.“

Vor allem der „Scheißsommer“ hat Freitag einen dicken Strich durch die Zeitplanung gemacht: „Wir hatten zehn Regentage, an denen wir nicht arbeiten konnten.“ Diese Ausfälle ließen sich auch nicht durch Zehn-Stunden-Tage und Samstagsarbeit ausgleichen, mit denen die Bauleute an die Grenze ihrer zulässigen Wochenarbeitszeit von 60 Stunden stießen.

Probleme mit dem Untergrund

Dazu kamen, erklärte Freitag, Probleme mit dem Untergrund, der nicht so tragfähig war wie nötig. Bei Belastungstest habe er nur etwas mehr als einem Drittel des Normalwerts von 45 Mega-Newton pro Quadratmeter stand gehalten. Deshalb müsse der Boden 50 Zentimeter tiefer als zunächst geplant ausgekoffert werden.

Zu allem Überfluss hatten sich dann auch noch die Versorgungsleitungen, die den Bereich kreuzen, gegen die Bauleute verschworen. „Sie lagen nicht da, wo sie in den Bestandsplänen eingezeichnet waren“, erklärte Freitag. Ganz vorsichtig mussten Telefon-, Strom- und Wasserleitungen deshalb frei- und umgelegt werden.

Trotzdem sei einmal durch die Kappung eines 10.000-Volt-Kabels das Gartencenter Pötschke für eine Stunde lang dunkel gewesen. Eine Hochdruck-Ferngasleitung könne zum Glück in ihrer bisherigen Lage bleiben. Bei der Entscheidung ging es um Zentimeter.

Baugrube bis zu drei Metern tief ist

Bis zu drei Metern tief ist die Baugrube, die der Bagger nur unter größten Schwierigkeiten erreichen kann. Unter der niedrigen Brücke lässt sich der Greifarm gerade mal so weit anheben, um das ausgekofferte Erdreich auf die Ladefläche eines LKW zu kippen. Die Enge im Baustellenbereich lässt es auch nicht zu, noch mehr Personal einzusetzen. „Sonst stehen sie sich gegenseitig auf den Füßen“, sagte Freitag. Zuletzt seien 15 Leute und mehrere Bagger im Einsatz gewesen.

Um eine ausreichende Arbeitsbreite zu haben, kann der Verkehr auch ab dem 11. September nur einspurig unter der Brücke hindurchrollen. Die Baustellenampel soll aber so geschaltet werden, dass pro Grünphase möglichst viele PKW und LKW passieren können. Für Fußgänger und Radfahrer wird ein eigener Gehweg angelegt.

Brücke kostet 6,15 Millionen Euro
Die Autobahnbrücke der A1 über die Sölder Straße weist so starke Schäden auf, dass sie komplett neu gebaut werden muss.
Bis zum April 2019 soll die 6,15 Millionen Euro teure Maßnahme abgeschlossen sein.
Um die Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern unter der neuen, dickeren Fertigteil-Konstruktion zu erhalten, muss die Sölder Straße um rund 70 Zentimeter abgesenkt werden.
Über die Brücke rollen täglich rund 125.000 Fahrzeuge.

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