Solaranlage ist nicht immer ein guter Dachmieter

VILLIGST Sonnenkraftwerke als Mieter auf dem Dach sind eine schöne Vorstellung. Allerdings nur, wenn eine ausreichend große Fläche für die Fotovoltaikanlage zur Verfügung steht.

von Von Reinhard Schmitz

, 27.01.2009, 07:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch auf Terrassen und Carports kann Jörg Tappeser mit den Fotovoltaikmodulen Strom gewinnen.

Auch auf Terrassen und Carports kann Jörg Tappeser mit den Fotovoltaikmodulen Strom gewinnen.

Bei einer Vermietung seien bei kleinen Anlagen die Fixkosten viel zu hoch, rechnet der Experte vor, der sich zu Jahresbeginn mit der Firma Solartechnik Tappeser selbstständig gemacht hat. Denn die Ausgaben für Verkabelung, Anmeldung und Verwaltung seien fast gleich, egal ob man eine 1-kW- oder 20-kW-Anlage montiere. „Bei zwanzigfachem Ertrag rentiert sie sich aber viel schneller.“ Außerdem würde bei einer Vermietung beispielsweise noch eine Grundbucheintragung fällig, damit die Anlage bei einem möglichen Hausverkauf im Eigentum der Stadtwerke bleibe. Zwischen drei und fünf Kilowatt Solarstromleistung lassen sich in der Regel auf einem freistehenden Einfamilienhaus installieren, rechnet Tappeser vor. Ungefähr zehn Quadratmeter Dachfläche werden pro 1-kW-Modul benötigt: „Schwierig wird es deshalb bei Gauben oder wenn viele Dachfenster vorhanden seien.“

Auch ein großer Kamin könne mit seinem Schatten den Erlös beeinträchtigen, sagt der Fachmann seinen Kunden klipp und klar. Schließlich soll der Ertrag den Kredit für die Anschaffungskosten langfristig tilgen. Diese betragen nach einer Faustformel rund 4200 Euro pro Kilowatt installierter Leistung. Die Nutzung großer öffentlicher Dächer sei im Solarstammtisch Schwerte, dem Tappeser angehört, diskutiert worden. Man sei auch mit dieser Idee auf die Stadtwerke zugegangen. Schließlich wollen die Fotovoltaik-Experten die Ruhrstadt in der so genannten Solarbundesliga im Internet weiter voranbringen. „Im Vergleich mit umliegenden Städten sind wir völlig schlecht“, weiß Tappeser.

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