Soziale Gerechtigkeit: Armin Laschet hat "gute Antworten"

Schwerter Gespräch

Sprachlich setzte der Ex-Minister auf Tempo. Von Kindergartenplätzen bis zur Finanzkrise war es in Armin Laschets Rede nur ein kleiner Schritt. Bei dem von der CDA und der CDU Schwerte-Mitte organisierten Schwerter Gespräch ging es dieses Mal um soziale Gerechtigkeit in Krisenzeiten.

SCHWERTE

von Von Heiko Mühlbauer

, 24.11.2011, 11:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Armin Laschet, ehemaliger Familienminister des Landes NRW, hat beim Schwerter Gespräch zu sozialer Gerechtigkeit Position bezogen. Sein Credo: "Wir haben gute Antworten, müssen sie den Menschen nur erklären."

Armin Laschet, ehemaliger Familienminister des Landes NRW, hat beim Schwerter Gespräch zu sozialer Gerechtigkeit Position bezogen. Sein Credo: "Wir haben gute Antworten, müssen sie den Menschen nur erklären."

Und auch sonst gab sich Laschet strittig und plädierte für eine Finanztransaktionssteuer und eine deutliche Regulierung der Finanzmärkte und klare Regelungen in der Euro-Zone. „Wir haben uns da auch von dem Gedanken der Liberalisierung blenden lassen“, räumte er ein. Wenn 63 Billionen Euro in der realen Wirtschaft erarbeitet werden und gleichzeitig 955 Billionen in der Finanzwirtschaft dann stimme das Verhältnis nicht. Andererseits müsse sich jeder Sparer auch fragen, was er anlegt und wie er sich verhält.

Dem aktuellen Problem mit den Finanzmärkte stehe ein chronisches Problem mit der demografischen Entwicklung gegenüber. Denn laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung stehe Deutschland in Sachen sozialer Gerechtigkeit im Kreis der OECD-Staaten gerade Mal im Mittelfeld. Das war nach dem Krieg anders. Die ersten Generationen hätten zu recht das Gefühl gehabt, durch Arbeit den sozialen Aufstieg zu schaffen. Heute sei es so, dass die Vorstände von großen Unternehmen mit den Söhnen von ehemaligen Vorständen besetzt seien.

Ähnliches sei in der Unterschicht zu beobachten. Familien, die in dritter Generation von Sozialleistungen leben. Hier sei Bildung der Schlüssel, so Laschet. Dass er gegen die Abschaffung der Studiengebühr (die Qualität der Unis hat sich verschlechtert) und das beitragsfreie Kindergartenjahr (das subventioniert die Gut-Situierten) ist, war den Zuhörern im Bürgersaal des Rathauses sicher vorher klar. Wenn die Finanzkrise überwunden ist, dann müssen wir immer noch den demografischen Wandel bewältigen, betonte Laschet. Dennoch sei er überzeugt: „Wir haben gute Antworten auf all diese Fragen, wir müssen sie nur den Menschen erklären.“

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