Stadt Schwerte schickt Mitarbeiter mit Laubbläsern durch den Wald

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Das Umweltbundesamt hat eine klare Meinung zu Laubbläsern: Sie schaden der Natur. Die Wege im Schwerter Wald sind in diesen Tagen fast „blattfrei“. Zum Einsatz kommen motorgetriebene Geräte.

Schwerte

, 11.11.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Umweltbundesamt hat eine klare Meinung zu Laubsaugern und -bläsern, die wieder aus der Garage geholt werden, wenn die Blätter im Herbst von den Bäumen fallen. Es rät vom Einsatz solcher Geräte ab. Selbst für Kommunen wäre es vertretbar, Laub per Hand zu entfernen, so steht es auf der Internetseite.

Die Stadt Schwerte allerdings schickt Mitarbeiter mit Laubbläsern durch den Wald. Nicht über Straßen, sondern über Waldwege. Mitten durch den Forst.

Entlang des Naturerlebnispfades sind die Spuren der „Blasgeräte“ gut zu erkennen.

Entlang des Naturerlebnispfades sind die Spuren der „Blasgeräte“ gut zu erkennen. © Jörg Bauerfeld

Etwa über den Mutter-Möller-Weg. Der führt von der Hörder Straße in Richtung Osten bis nach Lichtendorf. Ein Weg, der auch von zahlreichen Radfahrern frequentiert wird und auf den ersten Blick eher einer Straße gleicht. Aber auch ein Weg, der an ein zukünftiges Wildnis-Entwicklungsgebiet grenzt.

Warum macht die Stadt so etwas? „Die Maßnahme dient der Erhaltung der Wege“, sagt Stadtpressesprecher Ingo Rous. Und so ist es nicht nur der Mutter-Möller-Weg, der mithilfe von Laubbläsern von den Blättern befreit wird, sondern auch der Zechenweg, der von der Bergstraße am Freischütz vorbei auf der Hörder Straße endet.

Ökologische Belastung sei nicht gegeben

Und sogar der Naturerlebnispfad im Bereich des Freischützes wird einmal im Jahr vom Laub befreit. „Auf Wunsch vieler Besucher“, wie von der Pressestelle zu erfahren ist. Einmal im Jahr würden diese Arbeiten erfolgen.

Doch stellt sich gerade beim Naturerlebnispfad die Frage, ob so eine Aktion ökologisch sinnvoll ist. Denn Laub, das von den Bäumen fällt, gehört nun einmal zur Natur. Da die Wege freigeblasen werden, sei eine ökologische Belastung hier nicht gegeben, argumentiert Rous.

Die Arbeiten werden mit sogenannten Holdern getätigt. Kleine, motorgetriebene Gartengeräte. „Diese Geräte lassen sich nicht in die Gruppe der schweren Geräte einordnen. Die Reifen sind breit und haben einen minimierten Druck. Die Belastung der Tierwelt ist kurz und gering“, so der Pressesprecher der Stadt Schwerte.

Kleinstlebewesen ja auch durch Spaziergänger gefährdet

Aber was ist mit den Kleinstlebewesen, die nun mit dem Laub einfach von den Wegen geblasen werden und deren Lebensraum der Wald ist? „Kleinere Lebewesen finden rechts und links des Weges im Laub ganz viele Rückzugsorte. Bliebe das Laub auf den Wegen, wären diese Lebewesen durch das Begehen von Spaziergängern und Spaziergängerinnen gefährdet“, so die Antwort der Stadt Schwerte.

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