Stadt Schwerte und Nachbarn kritisieren geplanten großen Lkw-Parkplatz in Lichtendorf

rnTank und Rast

An der Raststätte in Lichtendorf plant das Land einen riesigen Lkw-Parkplatz. Die Anwohner wehren sich dagegen. Und erhalten Zuspruch von der Stadt Schwerte. Hier die Kritikpunkte.

Lichtendorf

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Land braucht zusätzlich Parkplätze für den Schwerlastverkehr. Vor allem an der A1 ist das Angebot knapp. Deshalb will das Land aufrüsten. 117 Parkplätze für Lkw und Busse und 123 Stellplätze für Pkw - die Rastanlage in Lichtendorf Süd wird gewaltig ausgebaut. Bislang gibt es hier 57 Plätze für Lkw und 90 für Pkw. Die liegen allerdings auf dem Gelände der Raststätte. Der neue Parkplatz soll südlich davon auf einem Acker entstehen. Dazu muss tonnenweise Erde herangebracht werden, um das Niveau der höher gelegenen Autobahn zu erreichen.

Autobahn rückt näher an die Nachbarn heran

Für die Nachbarn an der Lichtendorfer Straße ist das eine Horrorvorstellung, denn damit rückt die Autobahn näher an sie heran. Was sie besonders ärgert, erklärte Axel Heimann als Sprecher der Anwohner im Planungsausschuss am Dienstagabend im Bürgersaal des Rathauses. „Das neue Areal bringt die Lkw viel näher an uns heran“, erklärte er. Zudem sei der Parkplatz nur durch Pflanzungen geschützt. Auf Lärm- und Sichtschutz habe das Land bei der Planung verzichtet.

Auch topografisch handelt es sich um ein ungünstiges Gelände, das zudem noch im Wasserschutzgebiet liege. Tonnenweise müsste man besonders guten Boden anfahren, um den Auflagen im Wasserschutzgebiet (IIIa) gerecht zu werden.

Umweltrechtliche Bedenken, die auch die Stadtverwaltung teilt.

690 Quadratmeter Gehölz wird gerodet

In der Stellungnahme an das Land führt man auf, dass durch den Bau 690 Quadratmeter Gehölzfläche gerodet werden. Große Ersatzpflanzungen will das Land nicht leisten. weil es sich in der Lesart der Gutachter hier nur „Straßenbegleitgrün“ ohne großen ökologischen Wert befinde. Bei der Stadt sieht man das anders.

In einem Schreiben an die Bezirksregierung fordert Bürgermeister Dimitrios Axourgos Ersatzpflanzungen und Lärmschutz für die Anlieger. Vor allem gibt es aber einen Streit um die Abwicklung der Baustelle. Denn den Transport der Baumaschinen, Baustoffe und vor allem der Massen an Boden, will die Stadt über die Autobahn abgewickelt sehen. Bereits der Bau des Regenrückhaltebeckens Am Gehrenbach für den Ausbau der Raststätte habe die Lichtendorfer Straße massiv beschädigt.

Lange Wege für Feuerwehr und Rettungsdienste

Bedenklich findet die Stadt auch die Verkehrsführung zu den neuen Parkplätzen. Denn statt direkt dorthin zu gelangen, müssen die Brummis eine Rundreise über das gesamte Anlage machen. Das gilt dann auch für die Rettungskräfte der Schwerter Feuerwehr, die den Streckenabschnitt der Autobahn in Richtung Bremen bis zum Kreuz in Unna betreut. Die fahren nämlich normalerweise über die Raststätte auf die Autobahn und müssen nun über den gesamten Parkplatz und mehrere Kurven rangieren, bis sie auf der Fahrbahn sind und zum Einsatzort fahren können.

Der Planungsausschuss der Stadt versprach, die Bedenken der Anwohner in die städtische Stellungnahme an die Bezirksregierung mit einzuarbeiten. Ob die dann berücksichtigt wird, ist allerdings fraglich. Denn auch das Land steht unter Druck, da an der viel befahrenen A1 die Parkplätze für Lkw dringend benötigt werden. Und nahezu überall, wo man plant, schlägt dem Land Protest entgegen. Ob in Münster oder Leverkusen, allerorten kämpfen Bürger und Stadträte gegen den Ausbau der Parkplätze auf ihrem Stadtgebiet.

Und dann noch die Forderung nach einer Autobahnzufahrt in Lichtendorf...

Und ob die Anlieger sich über eine Autobahnzufahrt an der Raststätte in Lichtendorf freuen würden, darf man bezweifeln. Denn die Forderung danach ist auch ein Teil der städtischen Stellungnahme. Zumindest temporär, während des Ausbaus der B 236 solle man hier auf- und abfahren können.

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