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Stadt Schwerte verbietet Verkauf von Bekleidung - Fashion-Store muss schließen

rnAlter Aldi am Senningsweg

Das Outlet am Senningsweg, wie es viele wegen günstiger Markenklamotten nennen, muss schließen. Grund ist ein neuer Bebauungsplan der Stadt Schwerte. Der schon länger bekannt ist.

Schwerte

, 29.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Etwas durchwühlt wirken manche Verkaufstische mit Marken-T-Shirts, nicht mehr so dekoriert wie normal. Spuren der Schnäppchenjagd, auf die sich Kunden im Fashion-Store am Senningsweg gemacht haben, seitdem die Kunde von der Schließung in der Stadt die Runde macht.

„Sehr zeitnah, definitiv“, bestätigt der Inhaber, nur ein konkretes Datum gebe es nicht. Zur Erläuterung schiebt er ein mehrseitiges Schreiben der Stadtverwaltung über die Kassentheke. Dessen Inhalt: Ein Bekleidungsverkauf in dem früher als Aldi-Markt genutzten Gebäude sei nicht zulässig. Ein Bauantrag für die Umnutzung, gestellt im Mai 2014, wurde nicht genehmigt. Bemängelt wird in dem Zusammenhang auch, dass der Eröffnungstermin bereits vorher in einem Wochenblatt angekündigt worden sei.

Stadt: Geschäftsinhaber weiß schon seit 2017 Bescheid

„Für den Betrieb liegt keine Genehmigung für den Verkauf seiner Sachen vor“, erklärt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous. Denn der Bebauungsplan 181 „Senningsweg“, der seit Juni 2017 rechtskräftig sei, lasse an dieser Stelle keine „zentren- und nahversorgungsrelevanten Sortimente“ zu. Das habe die Politik mit Blick auf das Einzelhandelskonzept und die Entwicklung der Innenstadt so beschlossen.

Schon seit Juni 2017 wisse der Geschäftsinhaber, dass er den Standort verlassen müsse: „Die Stadt war immer entgegenkommend.“ Auf „keinen Fall über das Jahr hinaus“ solle das Outlet aber dort bleiben, der genaue Zeitpunkt sei noch offen.

Inhaber: Habe die Stadt vor vier Wochen um Aufschub gebeten

Auf eine Bitte um Aufschub bis Ende 2019, die er der Stadt vor vier Wochen geschrieben habe, habe er bislang noch keine Antwort, sagt der Geschäftsinhaber. Er mache jetzt Feierabend.

Im Mai 2014 hatte er den 600 Quadratmeter großen Laden eröffnet. Das Konzept: Markentextilien in der Regel günstiger anzubieten als der ursprüngliche unverbindliche Verkaufspreis. „Das, was wir hier machen, gab´s im näheren Umfeld nicht. Viele Kunden sind entttäuscht“ berichtet der Inhaber. Jetzt wolle er seinen Fokus wieder mehr auf den Online- und Großhandel legen.

„In der Fußgängerzone brauchen wir nichts“

Die Stadt - so Sprecher Rous - hatte ihm noch den Kontakt zur Wirtschaftsförderung nahegelegt, um ein neues Quartier in der Innenstadt zu finden. Doch eine solche Lage sei für den Betrieb ungeeignet, sagt der Inhaber: „In der Fußgängerzone brauchen wir nichts, wir brauchen ein Objekt mit Parkplätzen.“

Denn seine Besucher seien keine Laufkundschaft, sondern kämen ganz gezielt. Wenn man - beispielsweise in einem Gewerbegebiet - etwas Passendes fände, könne man einen Sale oder Verkauf in Erwägung ziehen: „Aber nur zu bestimmten Zeiten, vielleicht einmal im Monat oder einmal in der Woche.“

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Früher war in dem Gebäude ein Kino, später dann ein Aldi

Was demnächst aus dem früheren Aldi wird, ist noch unbekannt. Das langgestreckte Gebäude zwischen Senningsweg und Bahnhofstraße war ursprünglich unter dem Namen „Scala“ als Kino erbaut worden. Zu seinen Glanzzeiten zeigte es im Februar 1963 sogar die regionale Premiere des ersten Karl-May-Kassenschlagers „Der Schatz im Silbersee“. Doch schon ein paar Jahre später wurde der Projektor ausgeschaltet. Nach einem Umbau eröffneten die Gebrüder Albrecht dort im Frühjahr 1970 ihren ersten Discount-Markt, sozusagen den Schwerter Ur-Aldi.

Nach dessen Auszug befürchtete die Stadt, dass eine Großspielhalle oder ein Rotlicht-Betrieb Interesse an dem Gebäude haben könnte. Deshalb erließ der Rat 2014 eine Veränderungssperre für das Gebiet und beauftragte die Verwaltung, den Bebauungsplan für den Senningsweg zu entwerfen. In der direkten Nachbarschaft steht ein weiteres Sorgenkind der Stadtplaner, eine verfallende Wohnhauszeile, die als „Bronx von Schwerte“ bekannt ist. Der Eigentümer hatte sich früher nie mit der Stadt über seinen Wunsch einigen zu können, die sehr tiefen Grundstücke nach einem Abriss großflächiger für einen Neubau zu nutzen.

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