Straße Alte Freiheit erinnert an privilegierte Zeit

Schwerter Straßennamen

Der Kampf gegen Raubritter zahlte sich aus für die Westhofener. Privilegien wie das Marktrecht und die Bürgermeisterwahl wurden dem kleinen Ort im 14. Jahrhundert zugestanden. 400 Jahre später war damit zwar wieder Schluss, übrig geblieben ist dafür die Straße "Alte Freiheit".

WESTHOFEN

von Von Reinhard Schmitz

, 22.08.2013, 06:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spitzgiebelige Fachwerkhäuschen säumen die Alte Freiheit. Sie zweigt von der Reichshofstraße zu dem Platz ab, auf dem der Westhofener Weihnachtsmarkt stattfindet.

Spitzgiebelige Fachwerkhäuschen säumen die Alte Freiheit. Sie zweigt von der Reichshofstraße zu dem Platz ab, auf dem der Westhofener Weihnachtsmarkt stattfindet.

Von der Burg Volmestein (heute Volmarstein) aus hatten die Räuber alle Warentransporte geplündert, die aus dem Westen heranzogen. Ganz egal, ob die Wagen den Hellweg oder das Tal der Ruhr wählten - sie erreichten das Territorium Engelberts nicht. Der ließ deshalb 1323/1324 die Burg Volmestein erobern und ihre Mauern schleifen.Maßgebliche Mithilfe bei der Zerstörung leisteten die Westhofener Reichsleute. Dafür erwies sich Graf Engelbert erkenntlich. Ihr Heimatort war zwar zu klein war, um sich Stadt zu nennen. Doch statt Stadtrechten erhielt er als "Freiheit" einige ähnliche Privilegien. Das wichtigste war, dienstags einen Markt abhalten zu dürfen, was die wirtschaftliche Entwicklung beflügelte.

Auch eine gewisse Gerichtsbarkeit wurde den Westhofenern zugestanden. Bis zu einer bestimmten Höhe konnten sie vor Ort Strafen verhängen. Außerdem durften sie ihren Bürgermeister selbst wählen. Das geschah immer am 22. Februar, dem St.-Petri-Tag. Außerdem konnten auch Zugezogene gegen ein "Winngeld" das Bürgerrecht erwerben. Erst die Preußen machten 1723 Schluss mit diesen Privilegien. In der Sup-Peiter-Feier der Nachbarschaften lebt der St.-Petri-Tag aber weiter. Im Zuge der kommunalen Neuordung 1974 setzte sich der Westhofener Heimatverein dafür ein, eine Straße "Alte Freiheit" zu nennen.

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