Strommasten in Schwerte werden aufgerüstet

380.000 Volt-Leitungen

Die Verstärkung der Strom-Überlandleitungen für die von der Politik ausgerufene Energiewende wird auch in Schwerte sichtbar. Eine wichtige Nord-Süd-Trasse verläuft entlang der Ruhrstadt, an der momentan kräftig gearbeitet wird. Die Schwerter Stromkunden betrifft das riesige Projekt aber nicht direkt.

SCHWERTE

, 17.08.2016, 13:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Strommasten in Schwerte werden aufgerüstet

Masten auf der Schwerterheide: Auch den Ausbau der Stromnetze müssen die Schwerter über ihren Strompreis teuer mitbezahlen.

Im Oktober beginnt der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ' type='' href='http://www.amprion.net/mit der Umrüstung seiner 60 Kilometer langen Leitung von Dortmund-Kruckel nach Hamm-Uentrop, die quer über das Schwerter Stadtgebiet führt, zu einer Höchstspannungsleitung mit 380.000 Volt. Sie ist Teil einer Trasse, die von Norddeutschland bis nach Frankfurt am Main verläuft und soll die Übertragungskapazität in Westfalen erhöhen.

„Die Masten bleiben wie sie sind“, sagt Amprion-Sprecher Claas Hammes: „Sie waren schon dafür ausgelegt.“ Auf der einen Seite der Tragarme, die an den etwa 60 Meter hohen Stahlkonstruktionen befestigt sind, hängen bereits die Leitungen für 380.000 Volt: „Auf der anderen Seite wird von 220.000 Volt gegen 380.000 Volt ausgetauscht.“ Die Techniker sprechen von „Seilen“, die an den Masten hängen – im Unterschied zu „Kabeln“, die unter der Erde verlegt sind.

Die neuen Seile bestehen aus einem Viererbündel von Aluminiumleitungen, die jeweils einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern haben. Trotz ihrer Bauweise aus Leichtmetall bringen sie pro Meter ein Gewicht von mehreren Kilogramm auf die Waage.

Holzen schon erreicht

Die Maßnahme hat Mitte Juni am Umspannwerk in Dortmund-Kruckel begonnen und mittlerweile Dortmund-Holzen erreicht, wie die hohen Schutzgerüste anzeigen, die an der Querung der Kreisstraße in Höhe des Krinkelwegs aufbaut sind. Von dort werden sich die Monteure parallel zur Nordseite der Autobahn A1 voranarbeiten über Klusenweg, Hörder Straße, Am Eckey und Messingstraße bis zur Binnerheide. Weiter geht es hinter der Siedlung Schwerte-Ost und am Gehrenbachsee entlang zur Sölder Straße und zum Buschkampweg, bis schließlich Holzwickeder Gebiet erreicht ist. Im Februar nächsten Jahres soll die Leitung dann bis Uentrop komplett umgeseilt sein.

Leitungsüberlastungen sollen vermieden werden

„Alle Grundstückseigentümer sind informiert“, erklärt Hammes: „Sämtliche Arbeiten finden innerhalb des gesicherten Schutzstreifens statt.“ Und für den Materialtransport würden so weit wie möglich öffentliche Straßen sowie Landwirtschafts- und Forstwege benutzt. Das Bauvorhaben dient dazu, Leitungsüberlastungen im östlichen Ruhrgebiet und in Westfalen zu vermeiden. Es ist Teil des Bundesbedarfsplangesetzes von 2015. Damit sollen die Übertragungsnetze an die veränderten Strom-Produktionsorte angepasst werden. Das ist erforderlich, wenn beispielsweise Kernkraftwerke durch Windparks an der Küste ersetzt werden.

Die Ruhrstadt selbst wird von der Leitung nicht direkt versorgt. „Sie führt nur an Schwerte vorbei“, berichtet Martin Keller, Prokurist der Stadtwerke: „Wir sind an das 110.000-Volt-Netz der Enervie angeschlossen.“ Die Übergabe erfolgt im Umspannwerk Garenfeld. 

Amprion ist ursprünglich im Jahre 2003 als eine Tochter des RWE-Konzerns entstanden. Das heute unabhängige Unternehmen ist nach eigenen Angaben ein führender Übertragungsnetzbetreiber in Europa.
Mit 11.000 Kilometer betreibt Amprion das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland, ungefähr je zur Hälfte mit 380.000 und mit 220.000 Volt.
Mehr als 27 Millionen Menschen werden von Niedersachsen bis zu den Alpen durch dieses Netz mit Strom versorgt, das alle Stromproduzenten und -händler nutzen können.
Rund 1200 Mitarbeiter sind bei Amprion beschäftigt.

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