Sturmtief Sabine in Schwerte: Was kaputt ging, und was die Versicherung übernimmt

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Ein Baum landete auf einem Lkw, die Feuerwehr war 40 Mal im Einsatz. Eine erste Bilanz von Sturmtief Sabine: Die meisten Sturmeinsätze kreisweit gab es in Schwerte. Dafür gibt es zwei Gründe.

Schwerte

, 10.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Kreissprecherin Constanze Rauert die erste Bilanz zu den Sturmschäden von Orkan „Sabine“ zog, leitet sie das mit den Worten „Bis jetzt Glück gehabt“ ein. Denn die 610 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk verzeichneten 240 Einsätze, doch die ganz großen Schäden waren ausgeblieben.

Wobei Schwerte die Stadt im Kreis ist, die in der Nacht die meisten Feuerwehreinsätze zu verzeichnen hatte.

Grund dafür könnte sein, dass sich der höchste Punkt des gesamten Kreises kurz hinter dem Bürenbruch in Ergste befindet. Dort waren zum Beispiel Bäume auf die Fahrbahn des Michaeliswegs gestürzt, die in den frühen Morgenstunden von der Feuerwehr beseitigt wurden. Außerdem liegt Schwerte in einem Tal, durch das der Wind fegt.

Baum stürzte auf Lkw

Zu den wohl spektakulären Einsätzen von Polizei und Feuerwehr gehörte der auf dem Kauflandparkplatz. Dort war am Montagmorgen ein Baum auf einen LKW gestürzt. Da auch weitere Bäume in diesem Bereich drohten umzustürzen, musste der hintere Bereich des Parkplatzes, wo die Altglas-Container stehen, abgesperrt werden. Der Baum wurde dann von der Feuerwehr entfernt.

Gleich zweimal mussten die Einsatzkräfte am Morgen zum Kauflandgelände anrücken. Denn neben dem Einsatz mit dem Baum auf dem Lkw, löste auch ein Brandmelder aus. Die Feuerwehr rückte an, doch das Ganze entpuppte sich als Fehlalarm.

Sturmtief Sabine in Schwerte: Was kaputt ging, und was die Versicherung übernimmt

Auf dem Kauflandparkplatz stürzte ein Baum auf einen Lkw. © Kreispolizei Unna

In der Innenstadt, auf der Karl-Gerharts-Straße, wurde die Feuerwehr zu einem Haus gerufen, wo sich durch den Sturm Dachziegel gelöst hatten und drohten auf den Gehweg zu stürzen. Mittels Drehleiter bargen die Feuerwehrleute den Ziegel vom Dach. Für den Einsatz war die Karl-Gerharts-Straße vom Bahnhof Richtung B236 kurzzeitig gesperrt.

Insgesamt rund 40 Sturmeinsätze verzeichnete die Feuerwehr Schwerte bis zum frühen Nachmittag. Überwiegend mussten Äste und Bäume von der Straße geschafft werden. Aber auch umgestürzte Plakatwände, herunter gefallene Dachziegel oder ein Garagendach, das sich komplett gelöst hatte, beschäftigten die Feuerwehr.

Bis zu 35 Feuerwehrleute im Einsatz

Am Nachmittag zog Olaf Patzke von der hauptberuflichen Feuerwehr Bilanz: In der Spitze seien bis zu 35 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. Darunter auch zahlreiche der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Feuerwehr ist übrigens nur für den Ersteinsatz beim Sturm zuständig und um unmittelbare Gefahren abzuwehren. Am Vormittag wurde deshalb eine Liste an den städtischen Bauhof übergeben, der sich um die endgültige Erledigung der Arbeiten kümmert, soweit sie im öffentlichen Raum passiert sind. Das geschehe aber nach der Dringlichkeit der Arbeit, betonte Stadtsprecher Ingo Rous.

Großer Andrang bei Versicherung

Auch bei den Versicherungen stand am Montag das Telefon nicht still. „Wir hatten 20 bis 30 Schadensmeldungen wegen des Sturms“, erklärte Jasmin Gutic, der für die Sparkasse die Provinzial-Versicherung vertritt.

Zumeist ging es um Schäden am Dach, weil Dachpfannen verrutscht oder abgestürzt sind. Dafür ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Die erkennt Sturmschäden erst dann an, wenn mindestens Windstärke 8 herrscht. Das galt für den größten Teil von Sonntag und Montagmorgen.

Außerdem ist der Hausbesitzer zur Schadensminimierung verpflichtet. Er muss also handeln, wenn das Dach undicht ist. „Bei Schäden bis zu 2000 Euro verzichten wir auf einen Gutachter“, so Gutic. Dann kann man sofort eine Reparatur in Auftrag geben. Der Schaden muss aber mit Bildern belegt werden.

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