Bundestagswahl 2021

Suat Gülden (FDP): Über die Schule zur Politik und zum Parteibuch

Der Aufstieg ist rasant: Mit 18 tritt Suad Gülden in die FDP ein. Mit 23 Jahren ist er Kandidat für den Schwerter Rat. Direkt im Anschluss nominiert ihn die FDP als Bundestagskandidaten.

Welcher Ort ist Ihnen wichtig? Suad Gülden denkt einen Moment nach. „Der Ruhrtalradweg ist ja schön.“ Aber dann entscheidet er sich für den Sportplatz. Fußball ist seine Leidenschaft, Seit er drei Jahre alt ist, spielt der 24-Jährige Fußball. Die meiste Zeit davon im Verein. Zuletzt war er auch als Futsaler bei den Holzpfosten Schwerte aktiv, dann kam die Corona-Pandemie. „Seitdem halte ich mich nur noch mit einem FDP-Kollegen fit“, sagt er.

„Als Fußballer lebst du in einer Bubble“

Politik hat er erst mit 18 Jahren für sich entdeckt. „Als Fußballer lebst du in einer Bubble“, erzählt er. Da werde über wenig anderes als Fußball geredet. Entweder man kickt selbst, oder man schaut und diskutiert über die Bundesliga. Da ist Gülden übrigens Schalke-Fan.

Zur Politik kam er auf dem Gymnasium und dorthin über einen Umweg: Nach dem Realschulabschluss, ohne Qualifikation, holte er auf der Volkshochschule Versäumtes nach und konnte so am Friedrich-Bährens-Gymnasium sein Abi machen. Die SoWi-Lehrerin dort habe ihn an das Thema Politik herangeführt.

„Da gab es Diskussionen und man musste verschiedene Rollen einnehmen“, erzählt er. Wenn es um politische Standpunkte ging, habe er sich immer bei den Positionen von FDP und CDU wiedergefunden. Dass es dann in Richtung FDP ging, habe er auch der Schwerter Parteivorsitzenden, Renate Goeke, zu verdanken. Außerdem sei ihm die FDP moderner und jünger als die Union erschienen.

„Ist der Türke? Nein, Schwerter“

Mit 18 Jahren trat Gülden bei den Liberalen ein. Aktiv war er zunächst im Jugendbereich, bei den Jungen Liberalen, aber dann auch relativ schnell in der Kommunalpolitik. Bei den Kommunalwahlen 2020 kokettierte er auf den Wahlplakaten: „Ist der Türke? Nein, Schwerter“, stand da zu lesen. Die Aufmerksamkeit war ihm zumindest damit gewiss. Und kurz nach der Wahl, bestimmte ihn der Kreisparteitag zum Bundestagskandidaten.

„Dass ich Kandidat wurde, war eher Zufall“, erzählt er. Die Vorgängerin habe nicht mehr gewollt, dann sprach ihn die Kreisvorsitzende Suanne Schneider an. Am Anfang zögerte Gülden, denn eigentlich dachte er, er sei zu jung.

Dann kam aber der Ehrgeiz durch. Und die Überlegung, dass die Kandidatur für einen Studenten der Politikwissenschaften gute Einblicke bringen könnte. Der 24-Jährige studiert nämlich an der Uni Essen/Duisburg Politik.

Mutter war alleinerziehend mit drei Kindern

Der Wahlkampf gebe ihm die Chance, für ihn wichtige Themen nach außen zu tragen, sagt Gülden. Dazu gehört bei ihm neben der Sportförderung vor allem das Thema Chancengleichheit in der Bildung. Das hat auch mit der eigenen Geschichte zu tun. Er habe immer erfahren müssen, dass Einkommen und Herkunft der Eltern beim Bildungserfolg eine Rolle spielen.

Güldens Mutter war alleinerziehend mit drei Kindern. In der Grundschule reichte es für ihn nicht fürs Gymnasium, dann in der Realschule wurden die Weichen auf Ausbildung gestellt. Erst über die Zusatzqualifikation bei der VHS ging es dann zum Gymnasium und ins Studium. Gülden sagt: „Ich will ein Bildungssystem, in dem jeder das schaffen kann, was er erreichen will.“

Im Studium noch Hausaufgaben offen

Wie bringt man das Studium und den Wahlkampf zusammen? Das sei sehr schwierig, sagt Gülden. Denn neben den Politikterminen müsse er derzeit viele Hausaufgaben verfassen. „Da ist noch einiges offen“, sagt er. Und innerhalb der Partei habe er am Anfang viele Aufgaben übernommen. Vor allem im Bereich Social Media. Vieles davon brachte er sich selbst bei. Doch in diesem Bereich habe er mittlerweile viel Unterstützung.

Einen Platz in Bundestag rechnet sich der Kandidat nicht aus. Mit Platz 38 der Reserveliste müsste die FDP schon hoch zweistellig bei der Bundestagswahl abschneiden, oder Gülden müsste direkt gewinnen. Davon geht der Student nicht aus, sodass er der Uni wohl auch nach dem Bundestagswahlkampf erhalten bleiben wird.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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