Subway in Schwerte: „Die ersten drei Jahre habe ich Verluste gemacht“

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Sieben Jahre ist er Chef des Subway an der B236 in Schwerte gewesen. Nun blickt er zurück: Warum er nicht wieder aufschließt. Und warum er sagt: „Die ersten Jahre habe ich Verluste gemacht.“

Schwerte

, 27.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er bittet darum, dass man seinen Namen nicht schreibt. Der größte Luxus, das sei doch auch im Instagram-Zeitalter nicht Geld und Ruhm, sondern eher, wenn die anderen nicht Bescheid wüssten über den eigenen Kontostand. Am besten nicht einmal die Nachbarn.

Nichts sei über ihn zu finden im Internet, sagt er nicht ohne Stolz – abgesehen von einigen Einträgen aus den Sportvereinen, für die er mal in Wettbewerben antrat, auch in Schwerte mal.

Was den Mann ansonsten mit Schwerte verbindet, obwohl er nie hier wohnte, wie er sagt: Er ist Franchise-Nehmer bei Subway, Chef der Fast-Food-Restaurants in Schwerte und Iserlohn. Wobei man bei ersterem gleich hinzufügen sollte: noch.

Denn Subway in Schwerte macht nicht mehr auf. Da legt er sich fest.

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Sicher: Der Mietvertrag laufe noch einige Monate, der Kündigungsfrist wegen. Aber die Situation sei derart schlecht, dass er für den Laden an der Hörder Straße keine Zukunft mehr sehe.

„In dem Moment, in dem ich meinen Schlüssel umdrehe und aufschließe, fahre ich Riesen-Verluste.“
Franchise-Nehmer des Subway Schwerte

2020, das war natürlich Corona, das war der Lockdown. Die Möglichkeit für alle Gastronomie, Außer-Haus-Verkauf anzubieten, aber nur bis maximal 15 Uhr und unter Einhaltung aller speziellen Hygienevorschriften.

Für ihn sei das keine Option gewesen, sagt der Subway-Franchise-Nehmer. Kurzarbeit anzumelden und damit auch ein gewisses Auskommen für die Mitarbeiter zu wissen, sei die bessere Variante gewesen.

Aus welcher Richtung muss man wie drehen?

Denn ihm sei eins bewusst gewesen: „In dem Moment, in dem ich meinen Schlüssel umdrehe und aufschließe, fahre ich Riesen-Verluste.“ Dann müsste er die Mitarbeiter bezahlen und wüsste doch, dass so gut wie keine Kunden kämen.

Denn 2020 war eben nicht nur Corona, sondern auch das Jahr der Baustelle auf der B236. Alle paar Monate stehen die Absperrungen an anderer Stelle. Aktuell ist die Abfahrt von der A1 aus Hagen Richtung Münster gesperrt. Direkt gegenüber liegt der Subway.

Er habe sich das anders vorgestellt, gesteht der langjährige Chef ein. Er sei in diesem Punkt zu naiv gewesen. Habe gedacht, aus sämtlichen Richtungen wäre man direkt an der Zufahrt zum Subway-Parkplatz. Über die A1 aus Hagen wie aus Unna, über die B236 aus Schwerte wie aus Dortmund.

Über manche Wege sei das aber gar nicht so leicht gewesen. Aus Hagen oder Schwerte hätte man ja erst wenden müssen.

„Nach sieben Jahren bin ich plus-minus-null“

Das sei sicherlich ein Faktor gewesen für den langen schweren Start, findet der Franchise-Nehmer: „Die ersten zwei, drei Jahre habe ich Verlust gemacht. Gut: Das letzte Jahr lief gut. Aber nach sieben Jahren bin ich plus-minus-null.“ Insofern sei es der richtige Zeitpunkt, sich nun von diesem Ort zu verabschieden.

Wobei: Er suche schon ein neues Lokal für seinen zweiten Subway. Wäre schön, wenn der in Schwerte läge, findet der Franchise-Nehmer. Doch er wäre auch offen für anderes.

Kontaktieren könne man ihn über seine E-Mail-Adresse. Die führt natürlich auch keinen Namen in sich, sondern lautet subway-schwerte@gmx.de.

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