Syburger Ansichten der letzten 100 Jahre

Historische Postkarten

Den Wandel des Geländes rund um Burgruine und Kaiser-Wilhelm-Denkmal beleuchtet eine Ausstellung historischer Syburg-Postkarten, die im Foyer der Spielbank Hohensyburg eröffnet wurde. Das Gelände ist seit über 100 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel - und war eine Zeit lang sogar Schauplatz für Autorennen.

WESTHOFEN

, 01.03.2016, 19:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Syburger Ansichten der letzten 100 Jahre

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war die Hohensyburg als Ausflugsziel beliebt.

Über einen kahlen Bergrücken ruckelt die längst verschwundene Bergbahn 1909 zur Hohensyburg. Hat der Zeichner die Bäume vergessen? „Nein, die Syburg war nicht bewaldet“, beweist Marco Gosewinkel mit weiteren Ansichtskarten: „Die ist erst später bepflanzt worden.“

Beliebtes Ausflugsziel

„Das war ein sehr beliebtes Ausflugsziel hier oben“, sagt Mitarbeiterin Sandra Massing, die zu den Organisatoren zählt. Mit 2000 Sitzplätzen warben allein die Ruhrterrassen, die vor über 31 Jahren dem Bau des Casinos wichen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die Ausstellung der historischen Syburg-Postkarten ist eröffnet

Den Wandel des Geländes rund um Burgruine und Kaiser-Wilhelm-Denkmal beleuchtet eine Ausstellung historischer Syburg-Postkarten, die im Foyer der Spielbank Hohensyburg eröffnet wurde. Das Gelände ist seit über 100 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel.
01.03.2016
/
Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war die Hohensyburg als Ausflugsziel beliebt.© Repro: Reinhard Schmitz
Die Ausstellungsmacher vor den historischen Postkarten-Wänden im Foyer der Spielbank Hohensyburg (v.l.) Richard Hoppe, Sandra Massing, Mathias Wolf, Marco Gosewinkel, Jürgen Michael Neubauer und Rudolf Kassel.© Foto: Reinhard Schmitz
Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war die Hohensyburg als Ausflugsziel beliebt.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit Panoramablick auf Ruhr und Lenne lockte die Karte vor 100 Jahren zum Besuch der Hohensyburg.© Foto: Reinhard Schmitz
Prominentester Besucher der Hohensyburg war im Jahre 1909 der deutsche Kaiser Wilhelm II., dem eine ganze Postkartenserie gewidmet wurde.© Foto: Reinhard Schmitz
Die Ruhrterrassen, die dem Bau der Spielbank wichen, warben einst mit 2000 Sitzplätzen unter freiem Himmel.© Foto: Reinhard Schmitz
In den 70er-Jahren wurde diese Ansichtskarte mit mehreren Motiven verschickt.© Foto: Reinhard Schmitz
Für Schreibfaule wurde diese Ansichtskarte im Jahre 1961 angeboten.© Foto: Reinhard Schmitz
An den verschwundenen Inselgasthof im Hengsteysee haben viele noch schöne Erinnerungen.© Foto: Reinhard Schmitz
Auch als Kulisse für Werbefotos eignete sich die Hohensyburg, wie die Dortmunder Actien-Brauerei mit ihrer Fahrzeugschlange auf den Serpentinen bewies.© Foto: Reinhard Schmitz
Ausstellungsmacherin Lena Krieg im Cockpit des silbernen Atlas, Baujahr 1937, der an die legendären Hohensyburger Dreiecksrennen erinnert.© Foto: Reinhard Schmitz
Zum 30-jährigen Bestehen der Spielbank Hohensyburg wurde die Idee der historischen Ausstellung geboren.© Foto: Reinhard Schmitz
Schlagworte Schwerte

Diese Glanzzeiten werden auf den Postkarten aus 100 Jahren lebendig, die der Verein für Briefmarkenkunde Schwerte in seinen Rahmen beigesteuert hat: vom Andenken-Kiosk bis zum Campingplatz, vom Inselgasthof bis zur Burggaststätte. Dem prominentesten Besucher, Kaiser Wilhelm II., ist sogar eine ganze Serie gewidmet.

Kaum ein Winkel, der nicht fotografiert wurde. Manche Motive werden erst nach Ausklappen eines Leporellos sichtbar – einer Ziehharmonika aus zehn Bildchen, die hinter einem Kläppchen zusammengefaltet sind.

Nur ein kleiner Teil der Schätze

Mit 240 Bildern zeigen Gosewinkel und seine Vereinsfreunde Jürgen Michael Neubauer und Rudolf Kassel aber nur einen „Miniteil“ ihrer Schätze. „Sonst könnten wir hier alles vollstellen“, sagt Neubauer, dessen liebste Stücke die uralten, lithografierten sind.

Mit feinen Strichen wurden die Ansichten gezeichnet und teils anschließend liebevoll koloriert. Auf besonderen Kuriositäten sind auch noch ein Zeppelin oder eines der ersten Flugzeuge eingedruckt, die nie so dicht über der Denkmalspitze hinwegschwebten.

Röhrende Silberpfeile

Rund um die Syburg röhrten bei den legendären Dreiecksrennen von 1925 bis 1938 die Silberpfeile, von denen ein originaler „Atlas“-Flitzer, Baujahr 1937, als Prunkstück vorn am Eingang parkt. Als Modelle zeigen die Eisenbahnfreunde Witten zudem die Züge, die am vergessenen Haltepunkt „Hohensyburg“ zwischen Schwerte und Hagen einst Scharen von Besuchern ausspuckten.

Infos zur Ausstellung
Die Ausstellung ist bis zum 30. April im Foyer der Spielbank Hohensyburg, Hohensyburgstraße 200, zu sehen. Sie ist auch für Kinder zugänglich und täglich von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Lesen Sie jetzt